Studienrat Johann Hero Luitjens

Studienrat Johann Hero Luitjens – Schule im Spannungsfeld von Nationalismus und Neuanfang

Ausgebildet, Jungen „mit harter Hand“ zu erziehen, trat Johann Hero Luitjens 1920 eine Stelle am Mädchen-Lyzeum an. Fast 25 Jahre war er Mitglied der Elisabethschule.

Geburt im ostfriesischen Leer.

1886

Geburt im ostfriesischen Leer.

Lehramtsstudium an der Universität Marburg in den Fächern Deutsch und Geschichte; Abschluss mit der Note „gut“

Wintersemester 1905/06 – 17.12.1910

Lehramtsstudium an der Universität Marburg in den Fächern Deutsch und Geschichte; Abschluss mit der Note „gut“

Erstes Vorbereitungsjahr und Beginn des Probejahrs am Königlichen Gymnasium für Jungen zu Bromberg, (heute poln. Bydgoszcz), Provinz Posen

April 1911

Erstes Vorbereitungsjahr und Beginn des Probejahrs am Königlichen Gymnasium für Jungen zu Bromberg, (heute poln. Bydgoszcz), Provinz Posen

Einjähriger Militärdienst beim Kurhessischen Jägerbataillon Nummer elf in Marburg

Herbst 1912

Einjähriger Militärdienst beim Kurhessischen Jägerbataillon Nummer elf in Marburg

Ende des Probejahrs an der Realschule für Jungen in Wollstein (heute poln. Wolsztyn), Provinz Posen, und „Zuerkennung zur Befähigung zur Anstellung an höheren Schulen“

Herbst 1913 – 1.4.1914

Ende des Probejahrs an der Realschule für Jungen in Wollstein (heute poln. Wolsztyn), Provinz Posen, und „Zuerkennung zur Befähigung zur Anstellung an höheren Schulen“

Heirat mit Margarethe Sardemann, geb. 1889, in Marburg

Dezember 1913

Heirat mit Margarethe Sardemann, geb. 1889, in Marburg

Antritt einer Stelle als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Kempen (heute poln. Kępno)

1.4.1914

Antritt einer Stelle als wissenschaftlicher Hilfslehrer in Kempen (heute poln. Kępno)

Einberufung an die Front

Anfang August 1914

Einberufung an die Front

Geburt des ersten Sohnes, eine Tochter und sechs weitere Söhne folgten bis 1930

November 1914

Geburt des ersten Sohnes, eine Tochter und sechs weitere Söhne folgten bis 1930

In französischer Kriegsgefangenschaft

Ab Dezember 1916 – Februar 1920

In französischer Kriegsgefangenschaft

Studienrat an der Elisabethschule

Ab 01.04.1920

Studienrat an der Elisabethschule

u.a. SA (Mai 1934 als Oberscharführer), NSDAP (Mai 1937), Nationalsozialistischer Deutscher Lehrerbund (April 1936)

Posten in NSDAP und angegliederten Organisationen

u.a. SA (Mai 1934 als Oberscharführer), NSDAP (Mai 1937), Nationalsozialistischer Deutscher Lehrerbund (April 1936)

Als Kriegsfreiwilliger bei der Wehrmacht: Hauptmann der Reserve im Fürsorge- und Versorgungsamt der Wehrmacht in Kassel und Wetzlar

01.02.1941

Als Kriegsfreiwilliger bei der Wehrmacht: Hauptmann der Reserve im Fürsorge- und Versorgungsamt der Wehrmacht in Kassel und Wetzlar

In amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Cherboûrg

Mai bis August 1945

In amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Cherboûrg

Entlassung aus dem Schuldienst

Ende Dezember 1945

Entlassung aus dem Schuldienst

Einstufung als Mitläufer (IV) durch die Marburger Spruchkammer und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 400 RM

15. Mai 1948

Einstufung als Mitläufer (IV) durch die Marburger Spruchkammer und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 400 RM

Tod in Marburg

08. Juni 1953

Tod in Marburg

Aufgrund seiner zahlreichen Posten und Mitgliedschaften in der NSDAP und ihren Organisationen lehnte die amerikanische Militärbehörde seine Weiter-Beschäftigung als Lehrer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ab. Dennoch wussten ehemalige Schülerinnen auch Positives zu berichten: Im Spruchkammerverfahren 1947 schrieben einige als Entlastungszeuginnen, dass Studienrat Luitjens sich auch für unterschiedliche Mädchen eingesetzt habe, „gleichgültig, ob sie rassisch dem Regime genehm waren oder nicht“.

Eine Wiedereinstellung erfolgte nicht.