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Eine Odyssee (ThAG)

das Stück
Es ist die abenteuerlichste eine der ältesten Heldengeschichten aller Zeiten: die Heimkehr des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten aus dem Trojanischen Krieg. Auch wenn Odysseus den Griechen in Troja einen Sieg beschert hat, findet er den Weg nach Hause aber nicht so ohne Weiteres.  Denn im Olymp entscheiden die Götter mit über sein Schicksal, die Sirenen verführen ihn auf dem Weg, einäugige Zyklopen, Stürme und Seeungeheuer wollen ihn von seiner Heimreise abbringen. Athene, die Göttin der Weisheit, geleitet den von der Sehnsucht nach seiner Frau Penelope und seinem Sohn Telemachos Getriebenen, aber es stehen viele Hindernisse im Weg.
 Schafft er es rechtzeitig, seine Heimat zu erreichen? Denn dort steht seine Frau kurz vor der tragischen Hochzeit mit einer machtgeilen Nachfolgerin Antinae. Und wann befreit sich sein Sohn Telemachos endlich von der selbstauferlegten Last ein Mann zu werden. Was ist, wenn nach zwanzig Jahren plötzlich wieder ein Vater vor der Tür steht? Wenn Liebe auf gekränkten Stolz, wenn Angst auf Neugier trifft? Odysseus ist sich selbst, seiner Heimat und seiner Frau Penelope fremd geworden, und als Fremder kehrt er zurück – aber wohin?


die inszenierung
Unsere Inszenierung basiert auf der Fassung des niederländischenKinder- und Jugentheaterautors Ad de Bont, der das berühmte Epos von Homer mit Blick auf die zerrissene Familie dramatisiert. Im Gegensatz zur antiken Erzählung schildert er die Irrfahrt nicht chronologisch aus der Perspektive des Odysseus. Vielmehr verschachtelt der niederländische Autor die Blickwinkel und kontrastiert sie einander: So wird mal aus der Perspektive des herumirrenden Odysseus, mal aus der der daheim wartenden Penelope und ihres Sohnes Telemachos erzählt. Aber auch die Verursacher all der Prüfungen und Leiden des Odysseus, die antiken Götter, kommen zu Wort. Es sind Athene, die im steten Streit mit Hermes Odysseus zu seinem Recht verhelfen will, und ihr Vater Zeus, der begangenes Unrecht sühnen möchte. Die unterschiedlichen Ebenen des Stückes, sowohl die der Orte (auf dem Olymp , von dem aus die Götter alles überwachen bzw. die verschiedenen Stationen der Irrfahrt) als auch die der Zeit (Reise von Odysseus und die Rückblicke auf einige Heldengeschichten) versuchen wir durch das Bühnenbild, durch Licht und durch den Einsatz von Video voneinander zu trennen.
Nur war das Ziel unserer theatralen Reise nie Ithaka, sondern die Waggonhalle.

der autor
Ad de Bont. Geboren 1949 in Waspik (Niederlande). EINE ODYSSEE ist Teil einer großen Trilogie, ert für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg geschrieben hat. Im Zentrum der Trilogie steht der große Mythos von der Irrfahrt des Odysseus. Thematische verbindet die drei Stücke (außerdem: HARAM und DESAPARECIDOS) das Motiv der zerissenen Familie. Die Theaterstücke Ad de Bonts wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt.

Aufführungen: 05., 06. und 07. Juni 2019 in der Waggonhalle Marburg

Spielleitung: Tobias Purtauf

 

Hölle X (DS 12)

Zum Stück und seiner Entwicklung
Drei Sofas. Eine Tür. Und etwas, wovon niemand wirklich weiß, was es ist. Das ist alles, was Garcin, Ines und Estelle erwartet ... abgesehen von der reinen Anwesenheit derer, mit denen sie eingeschlossen sind. Doch die sind die Hölle! Einen Ausweg gibt es scheinbar nicht, denn die Tür ist verschlossen. Es ist immer taghell und sie können ihre Augenlider nicht schließen. Sie müssenden Tatsachen ins Gesicht sehen. Hinter der verschlossenen Tür, so erklärt ihnen der Etagenkellner, seien Flure und weitere Räume ...

In unserer Adaption von Sartres Theaterstück Geschlossene Gesellschaft schlüpfen wir in immer neue Rollen und ersinnen ausgesprochen explosivePersonenkonstellationen, die in jenen Räumen aufeinandertreffen. In verschiedensten Situationen,die durch denkpausenspendende Unterbrech(t)ungen getrennt sind, möchten wir unserem Publikum zeigen, dass es die aktuelle Gesellschaft ist, die uns das „Leben“ zur Hölle macht - also letztlich wir selbst. Sartre war davon überzeugt, dass jeder Mensch selbst seines GlückesSchmied sein kann, wenn er sein Leben in die Handnimmt und aufrichtig handelt.Doch schaffen wir es,  die undurchdringbare Tür, die uns oft von unseren Mitmenschen trennen könnte, zu durchschreiten?

Spielleitung: Nicole Luigs

Sommernachtsträume (DS 12)

William  Shakespeares Komödie „A Midsummer Night’s Dream“, die wir – passend zur Jahreszeit – ausgewählt haben, ist wahrscheinlich um 1595 entstanden. Es geht um die Verwirrungen der Liebe, umLiebesglück und Liebesschmerz und um die schwer zu begreifende Erfahrung, wie unbeständig und flüchtig das Gefühl der Liebe ist...Die HandlungVier junge Liebende versuchen, ihre Beziehungen zu klären - sechs Handwerker wollen eine Theateraufführung vorbereiten. Sie alle geraten in den magischen Wald, der zum Reich der Feen gehört. Dort ist gerade ein heftiger Streit entbrannt zwischen dem Elfenkönig Oberon und der Elfenkönigin Titania. Um Titania zu demütigen, gibt Oberon dem Waldgeist Puck den Auftrag, eine magische Blume zu besorgen: Tropft man ihren Saft auf die Augen eines Schlafenden, muss er das erste Wesen lieben, das er beim Aufwachen erblickt. Puck findet die Blume und verzaubert mit ihrer Hilfe nicht nur Titania, sondern macht sich einen Spaß daraus, auch die Liebenden und die Handwerker durch seine Magie in Mitleidenschaft zu ziehen...

Zum Stück
Wir haben bei der Vorbereitung der Aufführung zunächst verschiedene Szenen zu den drei Handlungsebenen in verschiedenen Gruppen (Liebende – Elfen – Handwerker) entwickelt. Die Handlung um die Liebenden haben wir abgewandelt und sprachlich und inhaltlich an unsere Realität angepasst. Für die magische Welt der Elfen fanden wir es jedoch sinnvoll, die altertümliche Sprache beizubehalten, natürlich waren hier erhebliche Kürzungen nötig. Die Handlung um die Handwerker schließlich haben wir inhaltlich weitgehend übernommen, sie aber sprachlich aktualisiert und zum Teilausgebaut. In einem zweiten Schritt haben wir die Verknüpfung der Handlungsebenen entwickelt und die Reihenfolge festgelegt.

Spielleitung: Katrin Ortwein

 

Alice (DS 12)

Das Original
Alice in Wonderland erschien 1865 und gilt bis heute unumstritten als Klassiker der Kinderliteratur. Verfasst wurde es von Lewis Carroll. Das Buch erfreute sich von Anfang an hoher Beliebtheit und erreichte hohe Auflagenzahlen. Jedoch wurde das Werk nicht nur positiv aufgenommen: Viele zeitgenössische Kritiker lehnten das Werk wegen der Nonsense-Episoden und der satirischen Darstellung von Erwachsenen und Institutionen (wie z.B. der Justiz) ab.


Unsere Inszenierung

Is this the real life?
Is this just fantasy?
Dies fragt sich die kleine Alice nur allzu oft, als sie sich plötzlich alleine in einer mysteriösen Welt voller Fabelwesen, Heroen und Monarchen wiederfindet: dem Wunderland!
Auf ihrer Reise wird sie mit ihrer Hoheit, der “Killer Queen” und der im Wunderland vorherrschenden Willkür der Justiz konfrontiert. Dabei versucht Alice stets zu beantworten: “Wie wird man erwachsen?” oder “Will ich überhaupt erwachsen werden?”.
Doch dies verlangt ihr einiges ab: dem Druck der Gesellschaft standzuhalten, die Erwartungen anderer erfüllen zu müssen und Verantwortung zu übernehmen. Und somit wirft es umso mehr die Frage auf: “Wer bin ich?” und “Wer möchte ich sein?”
Die Lieder stammen ausschließlich von Queen.
Mit Bohemian Rhapsody versucht Alice sich über ihre Gefühle klar zu werden und sich in die Rolle, die ein kleines Mädchen in der Gesellschaft einnimmt, einzufügen: “Just a poor girl” …
Doch sie durchlebt eine Entwicklung und erlangt den Mut sich nicht mehr “under pressure” setzen zu lassen und der “Killer Queen” entgegenzutreten.
Genau wie Queen hat auch Alice gelernt ihren eigenen Weg zu gehen und Mut zu fassen, um zu sich zu stehen.
(Text: Marlene von Daacke)

Spielleitung: Tobias Purtauf

Spiegelbilder (WU 10)

In diesem Jahr haben wir mit der DS-AG der Elisabethschule ein Theaterstücknamens „Spiegelbilder“ auf die Bühne gebracht. Das Stück handelt von dem Schicksal zweier Mädchen, Astrid und Jette, beide 16 Jahre alt, beide gehen auf die   Elisabethschule-   aber   zwischen   ihnen   liegen   79   Jahre.   Astrid   stammt nämlich aus dem Jahre 1940, während Jette im Jahr 2019 lebt. Astrid ist eine Jüdin   und   Jette   hat   zwei   homosexuelle   Väter.   Sie   beide   erleben   Mobbing, Ausgrenzung   und   Verachtung,   werden   von   Mitmenschen   beschimpft.   EinesTages wird ihnen all dies zu viel, beide enden verzweifelt in einem Mädchenklo der   Elisabethschule   und   versuchen   ihr   Leid   zu   überwinden.   Aus   dieser Trostlosigkeit    entsteht   eine   Parallelwelt.   Der   Spiegel   über   dem   Waschbeckenwird zum Übergang von 2019 zu 1940 und zurück. Astrid und Jette sind dieeinzigen, die den Spiegel benutzen können und die Jahrzenten, die zwischenihnen   liegen,   überschreiten   können.   Sie   erkennen   ihre   Ähnlichkeiten,   beide Verstoßene,   die   auf   der   Suche   nach   Verständnis   und   Zuwendung   sind.   Esentsteht eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Sie beginnen sich gegenseitig ihre Welten zu zeigen, Astrid nimmt Jette zu einem Ball mit, der am Ende vonSS-Männern gestürmt wird. Astrid kann die Gründe für diesen Hass und solcheAnschläge   nicht   begreifen,   sie   spürt   eine   für   sie   nicht   erklärbare   Angst. Während dessen fürchtet sich Jette ihr vom Holocaust zu erzählen und nimmt sie stattdessen mit in ihre Welt, wo sie Astrid zeigt, wie sehr sich das Leben in den letzten Jahren modernisiert hat. Nach diesem Tag geht Astrid wieder in ihre Welt zurück, wo sie erfährt, dass ihre Eltern verhaftet wurden und die Gestapo nun nach ihr sucht. Sie entkommt der Gestapo und flüchtet zu Jette, die ihr daraufhin   alles   über   die   Judenverfolgung   erzählt,   sodass   sie   in   die   1940iger Welt aufbrechen, um Astrids Eltern zu retten. Sie finden diese am Bahnhof vor,wo sie auf einen Zug warten, der sie zu einem Konzentrationslager bringen soll, eine Flucht ist unmöglich. Qualvoll nimmt Astrid Abschied von ihren Eltern, Jetteund sie gehen zurück zum Spiegel. Auf der Schwelle zur heutigen Welt bleibt Astrid stehen und gesteht Jette, dass sie ihr Leben nicht in einer anderen Welt leben   kann,   da   das   Wissen   über   den   Holocaust   und   der   Gedanke,   dass   sie etwas dagegen tun könnte, sie auf immer mit Schuldgefühlen plagen würde. Sie nimmt Jette das Versprechen ab, zu erinnern, sich zu erinnern, andere daran erinnern,   die   Erinnerung   aufrecht   zu   erhalten   indem   sie   Astrids   Geschichte erzählt. Ehe Jette sie besänftigen kann, zerstört Astrid den Spiegel und somitauch die Verbindung zwischen beiden Welten.

Die Grundidee des Stücks, das Drebuch und die Regie stammen von unserem DS-Lehrer Herr Diedrich und ausnahmslos alle Teilnehmer des DS-Kurses habenmitgeholfen die Dialoge weiterzuentwickeln und waren mit ihren Ideen bei der Inszenierung   aktiv   beteiligt.   Uneinig   waren   wir   uns   zuerst   nur   über   den Ausgang   des   Stückes,   sodass   letztendlich   darüber   abgestimmt   wurde.   Die Hauptrollen, Astrid und Jette, wurden von je vier Mädchen gespielt. Im Stückwerden parallel Ausschnitte aus Astrids und Jettes Leben gezeigt. Es war nicht einfach ein Mittel  zu finden, um den Zuschauern zu verdeutlichen, dass vonzwei zeitlich auseinanderliegenden Welten erzählt wurde und die Hauptrollenmehrfach besetzt waren. Um also den Unterschied zwischen den Mädchen zu veranschaulichen, trugen alle  Astrid-Darstellerinnen zeitgemäß   einen   langenschwarzen Rock, eine weiße Bluse und zwei Zöpfe und alle Jette-Darstellerinneneine zerrissene Jeans und ein buntes T-Shirt. Ein leerer Türrahmen in der Mitteder   Bühne   symbolisierte den magischen   Spiegel. Dank der kreativen Lichttechnik   von   Dominik   Hagelüken   wurden   die   verschiedenen Stimmungenvon unbeschwert bis bedrohlich unterstrichen. In der Mitte des Stücks haben wir   auch   einen humorvollen 5-minütigen Videoausschnitt,   geschnitten von Marie   Engelmann,   integriert,   in   dem  man   sehen konnte, was   Astrid in der heutigen Welt erlebt hatte.
Das   Theaterstück steht   als   ein   Gedenken   für   die   zahlreichen   Opfer   des Holocaust aus der Elisabethschule, unter diesen Opfern auch Hedwig Jahnow,die von 1925 bis 1935 die stellvertretende Schulleiterin der Elisabethschule und zudem eine Frauenrechtlerin und Politikerin war. Auch sie kommt im Stück vor. Außerdem wollten wir zeigen, dass auch heute viele Jugendliche aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer Sprache oder wie hier, aufgrundder   Homosexualität   ihrer   Eltern   ausgegrenzt   werden.   Ein   weiteres   zentrales Thema des Stücks ist die wahre Freundschaft, die einem in den schwierigstenSituationen hilft. Die Arbeit an diesem Theaterstück hat uns allen sehr viel Freude bereitet undwir   sind   dankbar   für   diese   Erfahrung.   Zudem   freuen   wir   uns   über   das   tolleFeedback seitens vieler Zuschauer.
Ellen Anoshkin (10. Klasse)

Spielleitung: Markus Diedrich

Familie Bioblum auf Reisen

Der DS-Kurs der Jahrgangsstufe 9 hat ohne Spiel- oder Textvorlage ein eigenes kleines Stück entwickelt und im Rahmen einer Werkstattaufführung auf die Bühne gebracht. Es wird die Geschichte einer Großfamilie erzählt, die eine gemeinsame Flugreise in den Süden unternimmt. Das Stück zeichnet sich durch seine zum Teil schrulligen und sehr eigenwilligen Figuren aus, wie z.B. die Tante, die mit allen männlichen Wesen in ihrer Umgebung flirtet, oder die Großmutter, die im Flugzeug der Stewardess das Mikrofon entreißt, um eine Durchsage an ihre Familie zu machen. Die Kursteilnehmer haben die Szenen durchweg selbst entwickelt und sich dabei sehr kreativ und spielfreudig gezeigt.

Spielleitung: Sabina Engel