Header 1Header 2Header 3Header 4
Header 5Header 6Header 7Header 8

02.12.2021

Elisabeth 3.3

Wann is‘ nochmal Präsenz!?

Mit wie vielen gedruckten Buchseiten ELISABETH 3.3 kann man wohl rechnen ... nach einem Schuljahr des Lockdown-Absenz-Präsenz-Wechselunterricht-Betriebs?

Es erscheint müßig, die Dauer des einen Zustandes mit der des anderen abzuwägen. Prägend waren die unkalkulierbar erscheinenden Wechsel, auf die ein ansonsten eher starrer Koloss wie „Schule“ mit spontanen Wendemanövern reagieren musste.

Diese Ausgabe unseres Jahrbuches wird davon reden, mit welchen Energien Lernen und Lehren verlagert wurden und was dabei heraus kam. Sie wird aber auch aufzeigen, wo Lücken entstanden sind. Als „glückliche Lücke“ darf der endgültige Vollzug des Wechsels von G8 zu G9 hervorgehoben werden. Dadurch blieb das diesjährige Abitur, wegen des fehlenden Abiturjahrgangs an unserer Schule, unberührt von der Nervosität der pandemischen Aufs und Abs. Mit großer Geduld und strategischem Geschick haben dagegen verschiedene Gremien der Schulleitung an Lösungen für einen reibungslosen Ablauf im jeweils stattfindenden Schulalltag getüftelt. Hygienepläne, Raumpläne, Stundenpläne, zusätzliches Personal – alles musste auf irgendeine Weise zusammengeführt und koordiniert werden. Flexibilität und die Fähigkeit zur spontanen Anpassung sind aktuell die besten Antworten auf die wenig verlässlichen Taktgeber im Pandemieverlauf.

Mittendrin konnten wir erfreulicherweise 139 Kinder in die fünfte Klasse aufnehmen, so dass wir mit dem Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 und zusammen mit dem kommenden Abiturjahrgang wieder „vollzählig“ sind. Gleichzeitig kehrte auch ein Stück der lange ersehnten Normalität in unseren Schulalltag zurück. Trotz widersprüchlicher öffentlicher und vor allem politischer Diskussion wurde der Präsenzunterricht wieder eingeführt. Türen auf, Fenster auf – Lüften! Und anstatt monotoner Begrüßungsrituale wird nun drei Mal die Woche zur ersten Stunde getestet! Ein immenser Aufwand für Lehrer und Schüler. Jedoch kaum zu beschreiben, die Herkules-Aufgabe für das Sekretariat, wo alle Fäden zusammenlaufen. Während Frau Wagner die Krankmeldungen telefonisch bearbeitet, managt Frau Euker souverän und immer mit einem freundlichen Lächeln die Verteilung der Testsets an die in Schlange stehenden Lehrkräfte, um anschließend akribisch die Testergebnisse von ca. 1200 Personen zu verwalten.

Schön sei es, so hört man aus allen Richtungen, dass wir uns wieder live erleben können. Das geht den Lehrern wie den Schülern so. Doch was war dazwischen, in den langen Wochen des Lockdowns und des Wechselunterrichts? Besonders, jedoch nicht nur für die Unterstufe, steht die Frage im Raum, ob die Schülerinnen und Schüler mit den Lerninhalten erreicht werden konnten. Digitaler Unterricht entbehrt der Lehrerpersönlichkeit aber eben auch der Schülerpersönlichkeit. Auf verschiedenen Ebenen zeichnete sich deutlich ab, dass die Vermittlung und das Lernen selbst ohne persönlichen Kontakt kaum zu nachhaltiger Tiefe gelangt. Die Aufarbeitung dieses Rückstandes wird die Pädagogen und die betroffenen Jahrgänge der Schülerschaft noch weit über die Pandemie hinaus beschäftigen.
Trotz aller Widrigkeiten lag und liegt diesem Wandel – frei, nach Hermann Hesse – ein Zauber inne. Das Streben nach neuen Formen, die sich zumindest so anfühlen wie das Gewohnte, darf ohne Übertreibung als gemeinsamer Geist oder als kollektive Kreativität bezeichnet werden.

Viele Veranstaltungen, deren Stattfinden bislang niemals angezweifelt wurde, fanden bereits zum wiederholten Male nicht statt. Doch „drücken“ nun die verborgenen Keime wieder durch! Wir durften einen bezaubernden Kleinkunstabend der Q3 erleben, die Theater-AG zog alle Register, ein La Paz-Tag bei wunderbarem Wetter nährte nicht nur die Spendenkasse, sondern auch die Zuversicht, ganz normal zu Hause nach der Schule die Geschichten aus der Schule zu erzählen.

So möchten wir es auch mit dieser ELISABETH 3.3 tun. Lassen Sie sich die Geschichten unserer Schule zu Hause erzählen. Rechnen Sie mit 168 bunten und interessanten Seiten eines weiteren, buchstäblich „verrückten“, Jahres.

Für die Redaktion,
Udo Buffler

25.11.2020

Elisabeth 3.2

Nichts ist sicher

… und schon gar nicht das Erscheinen dieses Jahrbuches. Die Unsicherheit lag in keiner Weise an der Eitelkeit unserer ehrwürdigen Dame, der Elisabeth 3.2, die zum elften Mal Rückschau halten wollte - auf ein Jahr in dieser lebendigen Schule. Viel mehr mussten wir erkennen, dass die Kräfte und Systeme, deren Vermittlung unsere Aufgabe ist, spätestens seit dem 13. März 2020 aus den Fugen geraten waren – Corona war da! Sprachlich betrachtet, ein wunderschönes Wort! Drei lange, offene Vokale, verteilt auf drei gleichermaßen kurze Silben mit Betonung der Wortmitte Co-ro-na; übersetzt aus dem Lateinischen, „die Krone“. Nüchterner betrachtet sprechen wir von jedoch „Covid 19“. Die Krankheit der Pandemie, die uns in den vergangenen Monaten weltweit in Angst und Schrecken versetzte, zwang auch unsere Schule zu außergewöhnlichen Maßnahmen.

Es wäre nicht die Elisabethschule, wenn Außergewöhnlichkeiten nicht auch zum Besonderen führten! Gewiss, auf sehr viele wertvolle und lieb gewordene Aktivitäten, wie inter-nationale Austauschfahrten, Exkursionen, Schulprojekte und Feste mussten wir verzichten. Doch mehr als im Alltag wahr-nehmbar, zeigt diese Elisabeth 3.2 in ihrer Zusammenstellung, dass mit der gebotenen Umorientierung eben auch Unglaubliches gestemmt und Neues hervorgebracht wurde.

Das Jahr der kommissarischen Schulleitung hätte man Herrn Merle sicher ruhiger gewünscht – Schulentwicklung an-statt Schulschließung und Krisenmanagement, es war und bleibt eine Herkules-Aufgabe. Das gesamte Leitungsteam, insbesondere Herr Weyer, Frau Wolter-Schober und Frau Hofmann knobelten tagelang an Raum- und Stundenplänen, an Wege-Systemen und erfüllbaren Abstandsregelungen, die schließlich von einer ganzen Heerschar von Helferinnen und Helfern aus dem Kollegium umgesetzt wurden.

Das Abitur hat stattgefunden. Jeder Prüfungstag war eine Zitterpartie und diesmal nicht nur für die Prüflinge! Dank der Disziplin aller Beteiligten und der souveränen Planung von Herrn Perle konnten wir im Juni 126 erfolgreiche Abiturientinnen und Abiturienten entlassen.

Mit Worten kaum beizukommen ist der Leistung von Herrn Ritter und mit ihm Herrn Dr. Kremper und Herrn Pandikow. Der Aufbau einer funktionierenden, Datenschutz-konformen IT-Struktur, die die gesamte Schulgemeinde quasi über Nacht in die Lage versetzte, Onlineunterricht durchzuführen. Die Widerstände des Schulträgers zu ertragen, die mangelnde Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums am geforderten Onlineunterricht aus eigener Kraft zu überbrücken und dennoch ruhig zu bleiben und die 1000 Fragen der Schulgemeinde gewissenhaft zu beantworten, das verlangt nach einem übergeordneten Format des Dankes! Die Größe einer Schule wird an der Zahl ihrer Schülerinnen und Schüler gemessen. Größe ist hier aber auch ein Begriff, der den Schülerinnen und Schülern selbst zu Teil wird. Mit den Stolper-stellen des Wandels zu lernen, Kontakte mit Freunden im ganz gewöhnlichen Alltag nicht mehr pflegen zu können, Lehrer und Unterricht digital zu erleben, prägte den verbliebenen Schul-alltag von 1080 Kindern und Jugendlichen in unserem Haus. Nun, mitten in der zweiten Corona-Welle bei fünffach höheren Infektionszahlen als noch im Frühjahr, geht der (Schul-) Be-trieb trotzdem weiter. Der Hessische Kultusminister Lorz lobt die Schulen als sicheren Ort. Nur ca. 4% der Schülerinnen und Schüler an hessischen Schulen würden sich in Quarantäne befinden, während ca. 95% die Schule besuchten (Stand 11/2020). Die Bundeskanzlerin schwört die Bevölkerung da-gegen auf einen harten Winter ein.

Mögen die Politiker Recht behalten: Es liegt in unserer Hand!

In diesem Sinne verweise ich auf Elisabeth 3.2, unser Jahrbuch. Es liegt nun auch in unserer Hand und das - mit Sicherheit - gut!

Für die Redaktion,
Udo Buffler

30.10.2019

Elisabeth 3.1

Ein wenig verhält sich das „Jahrbuch-Machen“ wie Leo Lionnis Geschichte von „Frederick“, der Maus, die einfach nur dasaß und Farben, Wörter, ja sogar Sonnenstrahlenstrahlen sammelte, während sich der Rest der Mäusefamilie eifrig um Körner, Nüsse und Stroh als Vorrat für den harten Winter kümmerte.
Nun geht uns allen sicherlich nicht der Vorrat an sinnstiftenden Aufgaben aus, doch in den Momenten einkehrender Ruhe, womöglich in den nahenden Weihnachtsferien mit der noch druckfrischen Elisabeth 3.1 in Händen, erhält manch verblassende Erinnerung des zurückliegenden Schuljahres ihre Farbe und ihre Wärme zurück.

Ein Thema, das uns alle bewegt und mit der „Fridays for future-Bewegung“ einige Kontroversen ausgelöst hat, ist die Haltung zum Klimawandel bzw. zum Klimaschutz. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den Freitagsdemonstrationen steht nach wie vor in unvereinbarem Konflikt mit den Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums.

An rührigen Geistern fehlte es der Elisabethschule noch nie, so zeigt ein Blick ins Schularchiv einen kämpferischen Briefwechsel der ehemaligen Schulleiterin Frau Dr. Hilmann mit der Staatsoberkasse um Respekt und Emanzipation.

In der langen Schultradition steht das Bootshaus in Wehrda an prominenter Stelle. In diesem Jahr wurde es mit vereinten Schülerkräften und Herrn Zwickert renoviert.

… Und wer hätte es geglaubt? Das Bau-Gerüst in der Leopold-Lucas-Straße 5 ist entfernt, und immerhin das A-Gebäude hat mit den neuen Fenstern auch eine neue Fassade – fast!

„Wir“ sind eine Ausbildungsschule, nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer. Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiV) illustrieren in dieser Ausgabe, was vielen gar nicht bekannt ist.
Und was wäre diese Elisabeth 3.1 ohne die ganz großen Ereignisse? Herr Meinel wechselt in den sogenannten Ruhestand, nachdem er in den vergangenen Jahren die Schule „gefühlt“ auf „Top-Speed“ beschleunigt hat und nun an Herrn Merle übergibt, der die Schulleitung zunächst kommissarisch übernimmt. Begleitet wird dieser Wechsel von den bislang unvorstellbaren personellen Veränderungen im Sekretariat. Frau Damm verlässt nach 47½ Dienst- und 27½ Elisabethschuljahren ihren Schreibtisch. Wir freuen uns, dafür Frau Euker an dieser Stelle begrüßen zu dürfen und ihr weiterhin alles Gute zu wünschen.

So vermag es diese neue Ausgabe die vergangenen und ereignisreichen Monate zu beleuchten und wach zu halten. Gleichwohl reiht sich diese Elisabeth ein als zehntes, in diesem Format und in Folge erschienenes Jahrbuch. Zusammen mit diesem Buch haben wir bislang auf insgesamt 1816 Seiten das Schulleben der Elisabethschule Marburg dokumentiert. Und die Geschichte schreibt sich dank der kreativen Bereitschaft aller Autorinnen und Autoren fort.

In diesem Sinne beginnen wir mit einer neuen Zählweise: Auf 2.9 folgt 3.1.

Auf den Wechsel der Schulleitung reagiert also auch das Jahrbuch. Das Kontinuum sollte nicht unterbrochen werden, doch Änderungen werden sich einstellen – nach und nach. Die folgenden Ausgaben dieser „ehrwürdigen Dame“ werden es direkt oder zwischen den Zeilen zeigen.

Wir danken allen, die Farben, Sonnenstrahlen und Wörter für die Elisabeth 3.1 gesammelt haben und wünschen unseren Leserinnen und Lesern weit über die Winterzeit hinaus eine reizvolle Lektüre.

Für die Redaktion,
Udo Buffler