Gesundheit ist mehr als Bewegung und gesunde Ernährung. Sie zeigt sich auch darin, wie wir miteinander umgehen, wie wohl wir uns an unserer Schule fühlen und unter welchen Bedingungen Schülerinnen und Schüler lernen und Lehrkräfte arbeiten können. Dass sich unsere Schule in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren auf den Weg gemacht hat, wurde nun mit der Verleihung des Teilzertifikats Lehrkräftegesundheit im hessischen Programm „Schule & Gesundheit“ gewürdigt.

Bei der feierlichen Übergabe würdigte die Vertreterin des Staatlichen Schulamts zunächst die bisher geleistete Arbeit. In ihrer Ansprache stellte sie besonders zwei Aspekte heraus, die für eine gute und gesunde Schule eng miteinander verbunden sind: Gesundheit und Gemeinschaft. Gesundheitsförderung sei keine einzelne Aktion und kein zeitlich begrenztes Projekt, sondern ein ganzheitlicher und systematischer Entwicklungsprozess, der viele Bereiche des schulischen Lebens umfasst.
Dass dieser Prozess an unserer Schule bereits deutlich sichtbar ist, ist vor allem dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. Die Vertreterin des Schulamts hob dabei ausdrücklich den Einsatz des Kollegiums und der Schulleitung hervor. Denn eine gesundheitsfördernde Schule entstehe dort, wo das Thema Gesundheit bei Entscheidungen, in der Gestaltung des Schulalltags und im gemeinsamen Miteinander dauerhaft mitgedacht werde.
Genau diesem Ansatz folgt das hessische Landesprogramm „Schule & Gesundheit“. Gesundheitsförderung wird darin als Bestandteil von Schulentwicklung verstanden. Schulen können ihre Arbeit in verschiedenen Bereichen zertifizieren lassen – beispielsweise in den Feldern Bewegung & Wahrnehmung, Ernährung & Konsum, Psychische Gesundheit, Verkehr & Mobilität oder Lehrkräftegesundheit. Die Teilzertifikate würdigen dabei nicht nur bereits Erreichtes, sondern dokumentieren zugleich den Weg zu einer Schule, in der Gesundheit fest im Schulalltag verankert ist.
Das langfristige Ziel ist das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“. Voraussetzung dafür sind mindestens vier Teilzertifikate, darunter verpflichtend die Bereiche „Ernährung & Konsum“ sowie „Bewegung & Wahrnehmung“. Die nun erfolgte Auszeichnung im Bereich der „Lehrkräftegesundheit“ ist neben den Teilzertifikaten „Sucht- und Gewaltprävention“ sowie „Ernährung und Konsum“ das dritte Teilzertifikat der Elisabethschule und deshalb zugleich Anerkennung und Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Lehrkräftegesundheit

Ernährung und Konsum
Schulpsychologische Beratung
Suchtprävention
Um seitens der Schule dem Suchtmittelmissbrauch und dem Entstehen von Suchtverhalten präventiv zu begegnen, gibt es an der Elisabethschule die Peers AG, in der Schülerinnen und Schüler als Multiplikatoren arbeiten, indem sie Gleichaltrige (engl. Peers) informieren und beraten und somit positiv Einfluss nehmen.
Ziel schulischer Suchtpräventionsarbeit ist es, ein Gesundheitsverhalten zu entwickeln, das Schülerinnen und Schüler die Verantwortung gegenüber ihrem eigenen Körper bewusst werden lässt. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die von legalen und illegalen Suchtmittel ausgehenden Gefährdungen rechtzeitig zu erkennen und durch Eigenverantwortlichkeit der Entwicklung von süchtigem Verhalten entgegenzuwirken. Dazu finden an der Elisabethschule regelmäßig Suchtpräventionstage statt.
Gewaltprävention
Die Schule muss ein Ort sein, an dem sich alle Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte durch die Etablierung verlässlicher Regeln sicher und wohlfühlen. Gewalt als Mittel der Konfliktlösung darf an keinem Ort, insbesondere der Schule, toleriert werden. Da es jedoch sehr unterschiedliche Formen von Gewalt gibt, bedarf es verschiedener Ansatzpunkte im System Schule.
Die Zielsetzung einer schulischen Gewaltprävention besteht somit darin, gewaltpräventive Rahmenbedingungen zu schaffen sowie Methoden in der Hand zu haben, um adäquat auf verschiedenen Ebenen präventiv, informativ und darüber hinaus interventionistisch handeln zu können. Dazu gehören die Etablierung verschiedenster Angebote an unserer Schule wie Mediation in den Jahrgangsstufen 7-9, Konfliktprävention als AG-Angebot, Mobbingprävention und -intervention, die AG Schule ohne Rassismus sowie die Anleitung von Vertrauensschülerinnen und Vertrauensschülern zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in verschiedenen Bereichen.
Mit der Ausbildung weiterer Kolleginnen und eines Kollegen zu systemischen Klassentrainerinnen und Klassentrainern im Jahre 2024 ist ein weiterer Schritt der Professionalisierung und die schrittweise Etablierung eines Mobbinginterventionsteams an der Elisabethschule erfolgt.
Nachhaltigkeit und Ernährung
An der Elisabethschule Marburg legen wir großen Wert auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Denn eine bewusste Ernährung fördert nicht nur das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler, sondern trägt auch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt bei.
Unsere Mensa bietet täglich frisch zubereitete, ausgewogene Mahlzeiten an, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientieren. Dabei achten wir auf regionale, saisonale und möglichst biologische Zutaten, um Transportwege zu verkürzen und Ressourcen zu schonen. Vegetarische und vegane Optionen sind fester Bestandteil unseres Speiseplans, um eine nachhaltigere Ernährungsweise zu fördern.
Auch im Unterricht beschäftigen wir uns mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung, Gesundheit und Umwelt. In Projekten und Workshops lernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie durch bewusste Ernährung nicht nur ihre eigene Gesundheit unterstützen, sondern auch aktiv zum Klimaschutz beitragen können – sei es durch den bewussten Konsum regionaler Produkte, die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung oder nachhaltige Einkaufsgewohnheiten.
Mit dieser ganzheitlichen Herangehensweise möchten wir unsere Schulgemeinschaft für eine gesunde und nachhaltige Lebensweise sensibilisieren – für eine bessere Zukunft für uns alle.
Bewegung und Wahrnehmung
Bewegung und Wahrnehmung spielen eine zentrale Rolle in der Förderung der Gesundheit und der menschlichen Entwicklung, so dass die Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung eine gesamtschulische Aufgabe ist. Über den Sportunterricht hinaus und neben bereits existierenden Bewegungsangeboten im Pausen- und Ganztagsbereich sollen zunehmend bewegungs- und wahrnehmungsfördernde Phasen auch in den Unterricht integriert werden, um Entlastung zu schaffen und das Lernen und die persönliche Entwicklung optimal zu unterstützen
Lehrkräftegesundheit
Die Lehrkräftegesundheit ist eine entscheidende Voraussetzung für motivierenden und lernförderlichen Unterricht. Deswegen stellt die Förderung der Lehrkräftegesundheit eine wichtige Aufgabe dar und wird an der Elisabethschule bei der Schulentwicklung stets mitgedacht. Die AG Lehrergesundheit versucht orientiert an den Bedürfnissen des Kollegiums gesundheitsförderliche Strukturen an der Schule zu entwickeln.
Kollegiale Fallberatung, Kollegiumssport und eine Vielzahl kooperativer Strukturen leisten hierbei einen Beitrag.
Mit dem multiprofessionellen Team, bestehend aus Beratungslehrkräften, Sozialpädagogen, einer Schulpsychologin und einer BFZ-Kraft steht eine Beratungsmöglichkeit zur Verfügung, die Lehrkräfte in herausfordernden Situationen gleichzeitig entlasten und unterstützen soll, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln.
SchülerInnengesundheit
Die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern spielt eine zentrale Rolle in der Schule, da sie die Grundlage für erfolgreiches Lernen und eine positive Entwicklung bildet. Daher gibt es an der Schule Ansprechpersonen, an die sich die Schüler/-innen im Bereich persönlicher und gesundheitlicher Probleme wenden können: Wenn sie Ängste verspüren, unter Stress, Leistungsdruck oder Antriebslosigkeit leiden – oder auch einfach mal jemanden zum Reden brauchen. Bei Bedarf können auch Kontakte zu außerschulischen Beratungsstellen, z.B. der KJ-PAM, oder der Schulpsychologie hergestellt werden.
Jugendmedienschutz
Der Jugendmedienschutz an der Elisabethschule umfasst die Sensibilisierung der Schüler:innen für den sicheren Umgang mit digitalen Medien, die Förderung von Medienkompetenz und die Beratung und Intervention bei Problemen in der digitalen Welt.
Im Rahmen des Projektes Smart Im Netz sprechen wir grundlegende Aspekte der sicheren Handynutzung an, wobei der Umgang mit eigenen und fremden Daten, Bild-, Persönlichkeits- und Urheberrechten im Mittelpunkt stehen. Diese Themen werden in den kommenden Jahren wieder aufgegriffen und dem Alter entsprechen erweitert.
Neben diesen präventiven Maßnahmen bieten wir eine vertrauliche Social Media Sprechstunde an.
Hier bieten wir unseren Schüler:innen einen Raum, um negativ gemachte Erfahrungen aus der digitalen Welt loswerden zu können. Wir hören zu, beraten und suchen gemeinsam nach Lösungen für eventuelle Probleme. Präventiv schauen wir uns auch Sicherheitseinstellungen für die genutzten Social Media Plattformen an.
Schulpsychologische Beratung
Die Schulpsychologie bietet eine psychologische Beratung für Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schülern sowie eine präventive und systembezogene Beratung an. Schulpsychologische Beratungen sind freiwillig, kostenfrei & vertraulich. Ratsuchende können sich direkt an Frau Henz wenden.