In unserem Erasmus+-Projekt „Roots and Roofs“ haben wir herausgefunden, wie Gebäude Kultur, Geschichte und Nachhaltigkeit zeigen. Wir haben traditionelle Bauernhäuser, Industriegebäude und moderne Architektur betrachtet und dabei viel über die baskische Kultur gelernt. Außerdem konnten wir unsere Teamarbeit und digitalen Fähigkeiten verbessern.
Am Sonntagnachmittag sind wir in Bilbao angekommen und haben uns abends noch im Stadtzentrum mit allen Austauschpartnern getroffen. Sie haben uns durch die Stadt geführt und obwohl wir uns erst wenige Minuten kannten, haben wir uns sofort gut verstanden.
Am Montag wurde uns in der Schule kurz das Projektthema vorgestellt. Dann sind wir eine Stunde mit dem Zug nach Gernika gefahren. Zuerst erzählte uns ein Lehrer unserer Gastschule etwas über die Stadt. Gernika wurde vor dem zweiten Weltkrieg von deutschen und italienischen Flugzeugen zerbombt. Die Großeltern des Lehrers waren damals bei diesem Angriff in Gernika und er erzählte uns aus ihrer Perspektive wie schlimm dieser Tag für die Dorfbevölkerung war. Danach gingen wir auf den Markt und interviewten die Menschen auf Spanisch. Wir befragten sie zu den typischen baskischen Landhäusern, den caseríos. Diese sind zwar sehr alt, aber trotzdem überraschend nachhaltig gebaut: sie nutzen die Wärme von Tieren im Untergeschoss, um die Wohnräume warm zu halten und die strategisch platzierten Fenster sorgen dafür, dass es im Sommer kühl und im Winter warm bleibt. Gleichzeitig erfuhren wir, dass die Basken nicht nur stolz auf ihre traditionelle Architektur, sondern auch auf ihre Kultur und Sprache sind, die sie versuchen wollen, vor dem Aussterben zu bewahren. Danach sahen wir uns das Abgeordnetenhaus von Gernika an und lernten, dass die Basken auch politisch schon immer Sonderrechte in Spanien hatten, die sie neben Architektur, Sprache und Kultur schützen möchten.
Am Dienstag haben wir am Englischunterricht teilgenommen und arbeiteten anschließend am Projekt weiter, indem wir uns unsere Interviewergebnisse vorstellten, anfingen, ein Skript für unsere Videos zu schreiben und die Interviewaufnahmen zusammenzuschneiden. Später haben wir den Palacio de la Diputación, den Abgeordnetenpalast, besichtigt, um zu sehen, wie Politik und Architektur in der Region miteinander verbunden sind. Der Palast wurde 1890–1900 gebaut und sollte die wirtschaftliche und politische Stärke dieser besonderen Region zeigen.
Am Mittwoch sind wir mit der Metro nach Algorta, einem alten Fischerdorf gefahren. Dort haben wir die Küstenarchitektur und den Strand erkundet und viel über die Geschichte des Ortes gelernt. Danach sind wir über die Puente Colgante, eine Brücke, die UNESCO Weltkulturerbe ist, gegangen. Die Brücke zeigt, wie moderne Architektur und Technik die Stadt geprägt haben und macht das Überqueren des Flusses in Getxo möglich und somit nachhaltiger, weil man nicht so weit fahren muss.
Am Donnerstagvormittag haben wir weiter an unseren Videos gearbeitet. Danach besuchten wir den Kran La Carola, den ältesten Kran im Hafen von Bilbao, und haben seine industrielle Bedeutung entdeckt. Es war spannend zu sehen, wofür er früher genutzt wurde. Anschließend waren wir im Guggenheim-Museum. Das Museum hat mit seiner modernen Architektur das Stadtbild komplett verändert und bei dem Wandel von einer Industrie zu einer Touristenstadt geholfen. Gleichzeitig passt das Gebäude in den Stil des alten Hafens. Wir waren sehr beeindruckt von der Architektur und der Kunst. Besonders toll war die Führung auf Englisch, bei der wir z. B. den Lichtraum und verschiedene Kunstwerke anschauen konnten.
Am letzten Tag haben wir eine Stadtralley in der Altstadt, dem Casco Viejo gemacht. Dabei mussten wir Fragen zu verschiedenen historischen Gebäuden und Plätzen beantworten. So konnten wir alles, was wir während der Woche über Architektur, Kultur und Nachhaltigkeit gelernt hatten, direkt anwenden und noch besser verstehen, wie die Stadtgeschichte und das heutige Stadtbild zusammenhängen. Zurück in der Schule haben wir unsere Projekte fertiggestellt. Wir haben Texte fertiggeschrieben, Aufnahmen gemacht und alles noch einmal überprüft. Dann haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt. Danach gab es Urkunden und ein letztes gemeinsames Foto. Einige spanische Schüler hatten ein leckeres Buffet vorbereitet, z. B. Tortilla de Patata und baskischen Käsekuchen. Am Abend haben wir die Weihnachtslichter angeschaut und in einem italienischen Restaurant gemeinsam zu Abend gegessen, um die Woche abzuschließend.
Unsere Ergebnisse könnt ihr euch hier angucken. Die Ergebnisse von unserem zweiten Projektteil im März kommen dann noch dazu!
In dieser Woche haben wir nicht nur entdeckt, dass Gebäude Geschichten erzählen, sondern auch neue Freundschaften geschlossen. Wir freuen uns schon darauf, im März unsere Austauschpartner in Marburg wiederzusehen!









