Unser Praktikum absolvierten wir, Sayén, Jara und Karla aus der Q2, Anfang Januar in einer Kindertagesstätte in Sevilla, die Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahre betreut. In der Kindertagesstätte arbeiten ca. 10 Erzieherinnen tagsüber zwischen 7:30 und 17:00 Uhr. Während unserer Arbeitszeit von 9:00 bis 14:00 Uhr sind meistens vier Erzieherinnen anwesend gewesen, die für unterschiedliche Gruppen zuständig waren. Es gab drei verschiedene Gruppen. Eine Gruppe für 0–2-Jährige mit 15 Kindern, eine für 2–3-Jährige mit 20 Kindern und eine private Gruppe mit 7 Kindern.
Während unseres Praktikums unterstützten wir die Erzieherinnen im täglichen Ablauf. Zu unseren Aufgaben gehörte es, an den täglichen Routinen der Kindertagesstätte teilzunehmen und mitzuwirken. Zu den Routinen, gehörte die Begleitung der Kinder in freien Spielphasen, die Mithilfe bei Bastelangeboten, die Unterstützung beim Essen sowie beim Anziehen und Ausziehen. Eine weitere Aufgabe war es die Kinder zu beschäftigen, durch das Vorlesen von Büchern und das Mitsingen von Liedern mit Bewegungen.
Vor dem Beginn des Praktikums haben wir erwartet, die Kinder beim Spielen, Aufräumen, Anziehen oder Essen zu begleiten und einen Einblick in die pädagogische Arbeit mit Kleinkindern zu bekommen. Zudem haben wir gehofft, durch das Praktikum mehr Erfahrung im Umgang mit Kindern sammeln zu können und zu lernen, Autorität und Vertrauen zu verknüpfen. Da die Kinder ausschließlich Spanisch sprachen, lag unser Fokus außerdem auf der Verbesserung unserer Sprachkenntnisse im Alltag. Zudem haben wir einen eher ruhigen Arbeitsalltag erwartet.
Diese Erwartungen wurden im Verlauf des Praktikums nur teilweise getroffen. In der Kinderstätte war der Geräuschspiegel sehr hoch, was nach einer Weile anstrengend wurde, da man deutlich lauter reden musste, um Gehör zu finden. Besonders in den freien Spielphasen herrschte oft ein chaotisches Durcheinander. Wir haben mit Kindern gespielt, aber entgegen unseren Erwartungen vergleichsweise wenig, da ständig Konflikte entstanden, welche man lösen musste. Zudem musste man die ganze Zeit aufmerksam sein und einen Blick für die ganze Gruppe haben, um bevorstehende Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Außerdem kamen viele weitere Aufgaben hinzu, wie die Kinder zum Schlafen zu bringen oder sie zu füttern hinzu, welche mehr Geduld und Anstrengung erforderten als ursprünglich gedacht. Es war daher sehr überraschend für uns, wie körperlich und emotional fordernd der Beruf sein kann. Rückblickend sind wir froh, ein realistisches Bild des Berufes bekommen zu haben und den Unterschied zwischen Erwartung und Realität zu erkennen.
Ein wichtiger Teil der Zeit in Sevilla war für uns auch das Erleben der spanischen Kultur und des Alltags. Wir konnten unsere Sprachkenntnisse durch das Praktikum und die alltäglichen Konversationen stückweise verbessern. Außerdem können wir uns in der Zukunft gut vorstellen, ein FSJ in Spanien zu machen oder vielleicht sogar in Spanien zu studieren.
Ein Praktikum in einer Kindertagesstätte war zwar nicht unsere erste Wahl, im Nachhinein aber eine sehr schöne und wichtige Erfahrung, die uns im Hinblick auf unsere Berufswahl und Weiterbildung weitergeholfen hat. Die Sprache und die Kultur in Spanien haben uns gut gefallen, so dass wir uns vorstellen können, in der Zukunft für längere Zeit in Spanien zu leben, da wir einen viel realistischeren Einblick in den Arbeitsalltag hatten und viel mehr in das alltägliche Leben in Spanien kennenlernen durften.
Außerdem hat uns die Arbeit mit Kindern so gut gefallen, dass wir uns in Zukunft zwar weniger vorstellen können, als Erzieherin in einem längeren Zeitraum zu arbeiten, aber generell einen Beruf mit Kindern auszuüben. Im Praktikum haben wir gelernt, Geduld zu bewahren und in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Durch unsere Aufgaben konnten wir unsere Selbstständigkeit verbessern und uns einen guten Umgang mit Kindern aneignen.
Zusammenfassend können wir daher sagen, dass uns das Praktikum sehr weitergeholfen hat, da wir unsere eigenen Fähigkeiten verbessern konnten, welche wir im späteren Berufsleben sehr wahrscheinlich benötigen. Wir wissen nun, dass wir die Option sehen, mit Kindern zu arbeiten und wir uns vorstellen können, im Ausland zu studieren oder für ein längeren Zeitraum dort zu leben.
Karla, Jara, Sayén





