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Der Weltuntergang (ThAG)

Zum Stück
Mit dem Stück „Der Weltuntergang“ von Jura Soyfer thematisiert die ThAG groteske Reaktionsmuster der Menschen. Die Erde ist aus dem Takt geraten und hat die ihr vorgegebenen Bahnen verlassen, weil sie Menschen bekommen hat. Daher beschließen die Planeten einen Kometen los zu schicken, um die Erde von dieser Plage zu befreien. Professor Guck und sein Forschungsteam entdecken den Kometen und berechnen den Zeitpunkt des drohenden Aufschlags für in vier Wochen. Sofort erfinden sie eine Maschine, die den Kometen aufhalten könnte. Was machen die Menschen? Nun, als Erstes muss man sich ja mal gut überlegen, was man zum Weltuntergang anzieht, denn das ist ja schließlich ein einmaliges Ereignis. Während Guck in seiner Verzweiflung versucht, bei den Staaten und ihren Vertretern um Unterstützung für seinen Bau zu werden, spürt er deren Gleichgültigkeit, denn der Weltuntergang kurbelt den Konsum an, und was ist besser als eine florierende Wirtschaft?
Das Stück setzt sich vor allem mit Reaktionen der Menschen auf die bevorstehende Katastrophe auseinander, mit den Scheinaktivitäten der Mächtigen, mit leeren Worthülsen, heruntergespielten Tatsachen und Geschäftemacherei mit der Bedrohung. Soyfer beschreibt aber auch, wie grotesk und skurril sich Verliebte, Selbstmörder, Prediger, Musiker, Dichter und das Volk am Stammtisch in Ignoranz flüchten und die Augen vor der Wahrheit verschließen.
Der weitgehend unbekannte Autor Jura Soyfer schrieb seine bissige Gesellschaftssatire im Jahr 1936 vor dem Hintergrund des aufziehenden Nationalsozialismus, der quasi als Komet auf die Erde zurast. Die Aktualität des "Weltuntergangs" ist aber bis heute ungebrochen: Angesichts des grotesk-komischen Verhaltens der Menschen gegenüber der elementaren Bedrohung bleibt einem auch heute noch oft das Lachen buchstäblich im Halse stecken. Soyfer wird 1937 wegen kommunistischer Betätigung verhaftet. 1938 erfolgt die Einlieferung nach Dachau, wo er das „Dachau-Lied“ schreibt. 1939 wird Soyfer ins Konzentrationslager Buchenwald überstellt, wo er 1939 an Typhus stirbt.

Zur Inszenierung
Die besondere Herausforderung dieser Inszenierung war, dass im Laufe des Stücks immer wieder neue Figuren für einzelne Szenen auftreten und dann wieder verschwinden. So spielen   am Ende die 25 Spielerinnen und Spieler über 70 unterschiedliche Auftritte. Ausgehend vom Original haben wir uns die Frage gestellt, warum man eigentlich die Welt retten sollte. Oder hätte sie es eigentlich nicht sogar verdient unterzugehen? Was würden wir tun, wenn in vier Wochen die Welt untergeht? Diese Frage wurde auch an viele ehemalige ThAGler gestellt, die sie als Videobotschaft teils autobiographisch, teils aus ihren ehemaligen Rollen heraus beantworten. So sind in der Jubiläumsinszenierung viele Mitspieler aus den letzten Jahren und auch dem Gründungsjahr zu sehen!
Der dramaturgischen Grundstruktur des Originals sind wir weitgehend treu geblieben, haben aber zusätzlich noch viele eigene Szenen und Rollen entwickelt (Entdeckung des Planeten, Konsumrausch; Schlager Backstage, Die dichten Dichter). Mit dem Ende des Originals, der optimistischen Liebeserklärung an die Erde, haben wir uns lange auseinandergesetzt und es neu umgesetzt.

Spielleitung: Tobias Purtauf

 

MS Dockville (WU 9)

Drei Polizisten befinden sich auf dem Festivalgelände des MS Dockville mit der Aufgabe, für die Sicherheit der Musikfans zu sorgen. Sie bemerken einen außer Kontrolle geratenen Hubschrauber, welcher direkt in die Menge abzustürzen droht. Die Polizisten wundern sich darüber, dass es sich um einen Gefängnishubschrauber handelt und versuchen, Funkkontakt aufzubauen, was jedoch erfolglos bleibt. Sie stellen sich die Frage, wie Sie handeln sollten: Entweder sie schießen den Hubschrauber ab, er würde wahrscheinlich in den nahegelegenen Arm der Elbe fallen, die Insassen würden jedoch nicht überleben, oder sie unternehmen nichts und riskieren daher aber das Leben der Festivalbesucher und der Passagiere, da sie nicht genau abschätzen können, wo der Hubschrauber tatsächlich abstürzen wird.

Aufführungen am 13. Juni 2017.

Spielleitung: Johanna Jacobi

Dr. Jekyll und Mr. Hyde (DS 12)

Diese Erzählung des schottischen Dichters Robert Louis Stevenson ist der Ausgangspunkt für unsere Produktion in diesem Schuljahr. Es geht um die dunkle Seite des Menschen, das Verborgene, Versteckte, Verdrängte hinter der schönen Fassade, den Kontrast zwischen Schein und Sein. Doppelgänger, Doppelnaturen, Doppelexistenzen: Wie kommt es dazu? Welche Konflikte, Krisen, Katastrophen - oder auch Chancen sind damit verbunden?

Spielleitung: Katrin Ortwein


Farm der Tiere (DS 12)

Der DS-Kurs Q2 inszeniert gerade die FARM DER TIERE nach GEORGE ORWELL. Ausgehend von der Fabel entwickeln wir einen Blick darauf, was passiert, wenn sich ein System von seinem Herrscher trennt und sich neue Machtstrukturen entwickeln. Die Wende zum Guten? Aufführungen sind am 13. und 14. Juni 2017 in der Elisabethschule, jeweils 18.30.

Spielleitung: Tobias Purtauf

 

 

ALLE SIND GLEICH- MANCHE SIND GLEICHER

von Luzie Partl

Wie verändert uns Macht? Das ist eine der Fragen, die in unserem Stück „Farm der Tiere“ behandelt wird. Es handelt von einer Gruppe Bauernhoftiere, die sich dazu entschließen, sich aus der Unterdrückung der Menschen zu befreien und die Umstände, die auf der Farm herrschen, zu verändern. Sie verjagen die Bauernhofbesitzerin Mrs. Jones und übernehmen selbst die Macht. Die Schweine Schneeball, Napoleon und Schwatzwutz entwickeln ein neues Denksystem für die Farm der Tiere, den „Animalismus“, dessen Grundidee, die Gleichheit aller Tiere ist. Tatsächlich ist die erste Zeit nach der Machtübernahme der Tiere gut und alle haben die Hoffnung, dass ihr Leben endlich lebenswerter wird. Doch diese Hoffnung hält nicht lange an, die Stimmung unter den Tieren kippt, langsam fangen die Schweine an sich zu verändern , sie werden immer machtgieriger und beginnen schließlich, die anderen Tiere zu unterdrücken. Die Schweine verhalten sich nun so wie die, die sie eigentlich immer verabscheuten, die Menschen. Nicht nur ihr Verhalten wird gleich, sondern auch ihr Äußeres und ihre Gewohnheiten passen sie an und verstoßen somit gegen ihre eigenen Regeln.

Ein ganzes Jahr haben wir an unserem Theaterstück gearbeitet. Die erste Frage, die wir klären mussten, war, welches Stück wir überhaupt am Ende des Schuljahrs aufführen wollten. Zur Hilfe gab uns Herr Purtauf drei Vorschläge, mit denen wir uns alle kurz auseinander setzten. Nach den Herbstferien haben wir uns dann endgültig für die „Farm der Tiere“ (engl. „Animal Farm“) von George Orwell entschieden. Hier bei war es die Herausforderung, aus der Erzählung ein Theaterstück zu entwickeln. Die Szenen, die wir dann schlussendlich aufgeführt haben, wurden auf unterschiedliche Weise entwickelt. Zum einen in unserer Klausur und unseren spielpraktischen Prüfungen, aber größten Teil im Unterricht selbst. Mit das Wichtigste in dem Stück sind natürlich die Tiere, in Kleingruppen haben wir uns mit unterschiedlichen Tieren, deren Verhaltensweisen und charakteristischen Eigenschaften beschäftigt. Diese Entwicklung war nicht immer leicht, gerade mit der Umsetzung der Tiere haben wir uns sehr schwer getan. Denn wie stellt man Tiere dar, ohne dass es lächerlich wirkt und trotzdem noch für den Zuschauer verständlich ist? Wir wollten uns auf keinen Fall Ohren aufsetzen und über die Bühne kriechen, also haben wir uns dazu entschieden, die Tiere so neutral wie möglich zu kleiden und sie zu dem mit einem kleinen Detail auszustatten z.B. Glocken für die Kühe oder Wolle für die Schafe. Nach dem das Grundgerüst stand und wir ein Ende hatten, hat Herr Purtauf das Textheft für uns zusammengefasst und nach den Osterferien haben wir gemeinsam die Rollen verteilt. Dann hieß es; üben, üben und noch mehr üben. Abgesehen von den Unterrichtsstunden, hatten wir noch weitere Probetermine, während der Schulzeit, aber auch an Wochenenden haben wir geprobt. Bis kurz vor Schluss gab es noch ein paar Komplikationen und jede Menge Chaos, aber das gehört vermutlich einfach dazu. Die Aufführungen selbst waren ein voller Erfolg und wir alle haben positive Rückmeldungen von Eltern, Lehrern und Schülern bekommen. Auch wenn es zwischen durch wirklich anstrengend und Nerven aufreibend war, hat es sehr viel Spaß gemacht und ist eine schöne Abwechslung zum normalen Unterricht.

Selbst denken??? – Ein Experiment! (DS 12)

Soll man sich wirklich seines eigenen Verstandes bedienen? - Diese Frage, die im Laufe der Menschheitsgeschichte einige wenige immer wieder für sich bejaht haben, während andere alles daran gesetzt haben, möglichst viele daran zu hindern, ihr nachzugehen, beschäftigt die Schüler/innen des DS-Kurses der Q2 von Frau Luigs nun seit einigen Monaten. Auf den Spuren von Immanuel Kant bis Ulrich Welzer beleuchten sie scheinbar Alltägliches und Unveränderliches aus gänzlich neuen Blickwinkeln, suchen nach Alternativen und versuchen immer wieder den eigenen Standort zu bestimmen. Die Fragen und Ergebnisse, die im Rahmen dieses Experiments entstehen, werden Gegenstand der diesjährigen Aufführung sein (13. und 14. Juni 2017 in der Elisabethschule, jeweils 18.30).

Spielleitung: Nicole Luigs