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22.02.2016

Gemeinsames Konzert von Elisabeth- und Waldorfschule

Ein besonderes Geschenk zum Valentinstag 2016

Obwohl so eng benachbart war es doch seit langer Zeit die erste größere musikalische Zusammenarbeit zwischen der Elisabethschule und der Freien Waldorfschule Marburg. Die beiden Orchester der Mittelstufenklassen hatten sich ein halbes Jahr lang auf den Auftritt vorbereitet – teils in getrennter Arbeit, dann aber zunehmend in gemeinsamen Proben und im Austausch von Spielern und Dirigenten. So gelang dann am Nachmittag des Valentinstages im Festsaal der Waldorfschule dieses „Geschenk” an die zahlreich erschienenen Zuhörer und das Publikum wusste es zu schätzen, wie sich im begeisterten Applaus ausdrückte.

Von den zusammen mehr als 50 jungen Musikern der Klassen 5 bis 8 wurden vier Stücke aus verschiedenen Epochen gespielt: Zu Beginn die feierliche Ouvertüre und das kontrastreiche Menuett aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, welche einst ein großes, aber nicht recht aufgehendes Feuerwerk doch noch zu einem Ereignis machen konnte. — Dann folgte ein Sprung zur „Habanera” aus Bizets Oper „Carmen”, die kurz vor Ende plötzlich selbst auf der Bühne stand: Die Dirigentin Bettina Buchholz von der Waldorfschule drehte sich auf einer lange gehaltenen Fermate überraschend mit einem Fächer um und ließ ihren sie umwerbenden Assistenten Thomas Eckert trotz roter Rose abblitzen, effektvoll unterstützt von der prägnanten Schlussfigur durch das Orchester, welches von der szenischen Einlage selbst überrascht wurde.

An dieser Stelle übernahm Jochen Wilmsmeyer von der Elisabethschule die Leitung des großen Orchesters und führte das Publikum hinüber zur melancholischeren Musik der „Londonderry Air”, einem bekannten irischen Lied, welches den ungewissen Abschied eines besingt. Nach verhaltenen zwei Strophen von den getrennten Bläser- und Streichergruppen verschmolz das Orchester in der letzten Strophe zu einem freudigen Wiedersehen mit einem strahlenden Akzent am Becken. So schaffte es das Orchester, die eindringliche Getragenheit der Musik umzusetzen, und wie in der Schüleraufführung am Freitag entstand im Saal ein Moment ergreifender Wehmut. Daran konnte sich dann der leichtfüßig daherkommende „Premiership Blues” anschließen, der ein passendes Finale für das jüngere aber weitaus größere der beiden Orchester des Abends darstellte.

Die Kooperation der beiden Schulorchester wurde dann von weiteren Musikgruppen der Waldorfschule fortgesetzt:

Das Oberstufenorchester spielte u.a. Johann Sebastian Bachs „Air” aus der 3. Orchestersuite sowie den „Ungarischen Tanz” Nr. 5 von Johannes Brahms, welcher vom Orchester bewusst in einem unerwartet langsamen Tempo angegangen wurde, wodurch ein kraftvoller Charakter entstehen konnte. Unter der Leitung von Peter Kramer sang der Oberstufenchor das getragene „Notre Père” von Maurice Duruflé und die unkonventionelle „Bohemian Rhapsody” von Freddie Mercury bzw. Queen.

Nach großem Applaus für das gesamte Konzert kamen alle beteiligten Orchestermusiker zu einer Zugabe auf der Bühne zusammen, bei der auch das Publikum aktiv wurde: Die kurzen rhythmischen Einwürfe des bereits gehörten „Premiership-Blues” übernahmen nun nicht Schlagwerk oder stampfende und klopfende Instrumentalisten, sondern nach einer kurzen Probe die Zuhörer selbst, was ihnen sichtlich Spaß zu machen schien. So wirkte zuletzt der ganze Saal noch einmal zusammen und machte den Abschluss zu einem musikalischen Feuerwerk.