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26.04.2012

Erinnern und Gedenken

„Erinnern und Gedenken aus Sicht der Urenkelgeneration“

Ausstellungseröffnung an der Elisabethschule

Vor etwa 150 sehr interessierten und aufmerksamen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 wurde am Mittwoch, dem 25.04.2012, die Ausstellung „Erinnern und Gedenken aus Sicht der Urenkelgeneration“ des Vereins SchulKultur in der Aula der Elisabethschule eröffnet. Anlass für die Ausstellung ist der 65. Jahrestag nach dem Ende des Holocausts. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 wirkten mit ihren musikalischen und inhaltlichen Beiträgen an dem feierlichen Programm engagiert mit.

Mit den Worten „abwechslungsreiche Darstellung der Geschichte“, „interessante Texte“, „bewegende Bilder“ kommentierten die jungen Besucher die Beiträge der Ausstellung. Diese zeigt Schülerprojekte zur Judenverfolgung im Nationalsozialismus aus der Region Marburg-Biedenkopf und somit die Sichtweise einer nachkommenden Generation, die nur noch indirekt und nicht mehr durch Fragen an die Großelterngeneration mit diesem Teil der deutschen Geschichte in Berührung kommt. Die Perspektive der Schülerinnen und Schüler auf die Geschichte thematisiere nicht – wie Herr Dr. Rosenkötter vom Hessischen Staatsarchiv Marburg zutreffend bemerkt – die Frage, wie die eigenen Großeltern sich verhalten haben könnten. Vielmehr stellten sich für junge Menschen Fragen zur aktuellen Situation drängender, wie in Deutschland als Einwanderungsland der Umgang mit Fremden, Andersartigen aussehe, wo und wie Ausgrenzung und Diskriminierung stattfinde und wie gegen Terror und Rechtsextremismus vorgegangen werde. Zur Beantwortung dieser Fragen ist die Beschäftigung mit dem grausamen Kapitel der deutschen Geschichte wichtig, um daran die Dimension des Unmenschlichen zu erkennen. Betroffenheit und Interesse könne auch vor allem dadurch hergestellt werden, dass Schüler/innen selbsttätig das Leben und die Verfolgung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger recherchieren könnten, betonte die anwesende Stadträtin Frau Dr. Kerstin Weinbach. Daher wolle sie als Schuldezernentin der Stadt Marburg sich für solche Projekte wie diese Ausstellung auch weiterhin einsetzen und sie fördern.

Dass die Auseinandersetzung mit dieser Zeit nicht abgeschlossen ist, sondern auch und gerade an der Elisabethschule fortgesetzt wird, zeigt eine Wandtafel, auf der als weiterer neuer Baustein für die Ausstellung das jährliche Gedenken des Holocausts am schuleigenen Mahnmal zu sehen ist.