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16.12.2011

50 Jahre Amnesty International

Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler,  

wir begrüßen Sie ganz herzlich zur heutigen Eröffnungsveranstaltung der Plakatausstellung "50 Jahre Amnesty International".

Wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben von uns kurz in die Ausstellung eingeführt zu werden. Da vielleicht nicht allen von Ihnen Amnesty ein Begriff ist, zuerst ein Überblick über die Organisation und deren Arbeit:  

Amnesty bedeutet "Begnadigung" und ist der Name einer Organisation, deren 3,5 Millionen Mitglieder sich weltweit für internationale Solidarität, wirksame Aktionen für das einzelne Opfer und globales Handeln, Universalität und Unteilbarkeit der Menschenrechte, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit sowie Demokratie und gegenseitigen Respekt einsetzen.  

Dazu kam es wie folgt: Im Urlaub in Portugal beobachtete Peter Benenson aus England, wie zwei Personen, die auf die Freiheit anstießen, verhaftet wurden, da dies als regierungsfeindlich aufgefasst wurde. Daraufhin machte er in seiner Heimat öffentlich auf diesen Fall aufmerksam und rief dazu auf, Briefe mit der Forderung beide Personen freizulassen an die portugiesische Regierung zu senden.

Nach diesem Fall gründete Herr Benenson 1961 Amnesty International. Von da an entwickelte sich ein weltweites Netzwerk von Menschenrechtsverteidigern, das in lokale Bezirke und kleine Arbeitsgruppen unterteilt ist. Die Marburger Gruppe gründete sich bereits 1969. 

Die Arbeit von Amnesty besteht hauptsächlich darin, die Öffentlichkeit aufzufordern, Druck auf Regierungen und andere Verantwortliche auszuüben, um Verstöße zu verhindern oder zu beenden. So erhielt Amnesty International 1977 den Friedensnobelpreis für den Einsatz für politische Häftlinge.  

Zur schnellen und sorgfältigen Ermittlung und Aufdeckung von Menschenrechtsverstößen arbeiten sogenannte "Researcher" in fast alles Ländern der Erde. Deren Ergebnisse werden objektiv veröffentlicht und von den sich nicht im betreffenden Land befindenden Menschenrechtsverteidigern bearbeitet.  

Zu einem erweiterten Bewusstsein für Menschenrechte und um allen Menschen diese auf Dauer garantieren zu können, wirken auch wir in der Marburger Gruppe durch Öffentlichkeitsarbeit, Briefaktionen, Petitionen, Infoständen, Filmvorstellungen und anderen Veranstaltungen in Kooperation mit der Universität, anderen sozialen Organisationen und Kulturinstutitionen mit.  

Welchen Erfolg diese Arbeit hat, kann sieht man zum Beispiel an dem diesjährigen Fall von Frau Hawa Abdallah. Sie ist Gemeindesprecherin und Übersetzerin für die gemeinsame Mission von UN und afrikanischer Union in einem Flüchtlingslager. Weil Sie angeblich Kinder dort christianisiert und mit einer bewaffneten Oppositionsgruppe in Verbindung gestanden haben soll, wurde Sie für mehr als 2 Monate gefangen gehalten. Während ihrer Haft wurde Sie keiner Straftat angeklagt, soll jedoch mehrfach gefoltert worden sein. Weder Familienbesuch noch Rechtsbeistand wurden ihr gewährt. Die Arbeit von Amnesty hat Druck auf die Öffentlichkeit und die Regierung ausgeübt und so maßgeblich zu ihrer Freilassung beigetragen.  

Die Ausstellung wurde dieses Jahr zum 50-jährigen Jubiläum aus allen Amnesty-Plakaten zusammengestellt. Die meisten Plakate wurden direkt für Amnesty hergestellt und weisen auf gewisse Situationen hin oder rufen zu einer bestimmten Handlung auf. Teilweise sind jedoch auch Plakate dabei, die symbolisch die Arbeit und Ziele von Amnesty darstellen. Diese wurden zum Beispiel wie Picassos Gemälde der Taube von dem Künstler selbst zur Verfügung gestellt.  

Warum die Ausstellung hier an der Schule?  

An die Schule haben wir die Ausstellung geholt, um Ihnen die Chance zu geben, über die auf den Plakaten angeprangerten Menschenrechtsverstöße nachzudenken und mit Schülern oder Lehrern darüber zu diskutieren. Dies soll keine Werbeveranstaltung für Amnesty International sein, auch wenn Sie alle sich natürlich gerne bei uns engagieren können. Wir wollen auf Missstände und Probleme, die uns alle etwas angehen, hinweisen und Sie dazu anregen, sich selbst Ihre eigenen Gedanken darüber zu bilden.

Zum Schluss möchten wir uns noch herzlichst bei Herrn Meinel bedanken, der die Idee zu dieser Aktion sofort ermöglicht und gestützt hat.

Philipp Noll