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Diversität und Identität: Lissabon 2015

Lissabon als Beispiel für Kontinuität und Wandel der europäischen Peripherie
Fächerübergreifende, schulinterne Fortbildung in der unterrichtsfreien Zeit

vom 30.Januar bis 2. Februar 2015

Akkreditiert unter der LSA-Nr. 01 581 268

Fächer/Zielgruppe: alle Fachschaften, bes. Geschichte, Latein, Spanisch, Kunst, Politik, Religion, Geographie, Deutsch, Tutoren in spe zwecks Vorbereitung einer Studien-/Austausch-/Begegnungsfahrt

Zielsetzung/Kompetenzerwerb:

Lissabon war schon immer von der Exzentrizität seiner geographischen Lage geprägt. Für die Phönizier und die Griechen war sie die westlichste Handelsniederlassung. Auch in römischer Zeit, unter den Westgoten und unter der Herrschaft der Emire und Kalifen wurde Lissabon zwar als wichtiger Stützpunkt für die Beherrschung des Hinterlandes angesehen, sollte aber erst nach der Vertreibung der Almoraviden 1147 durch Alfonso Henriques, unterstützt von einem Kreuzfahrerheer, die Hauptstadt Portugals werden.

Zwischen der Herrschaft des Hauses Burgund und der spanischen Oberhoheit, als Lissabon wieder zur Peripherie eines größeren Reiches zählte, erlebte es um 1500 eine Blütezeit, die es zum Zentrum eines gewaltigen Kolonialreiches werden ließ und die erst 1755 durch den stärksten Tsunami endete, der jemals Europa heimsuchte und Lissabon völlig zerstörte (60.000 Tote; Kleist: Das Erdbeben in Chili). Trotz seiner engen Verbindungen nach Übersee und Großbritannien verlor Portugal in seiner europäischen Randlage mit dem Verlust der Kolonien seinen Rang als Großmacht und blieb in seiner wirtschaftlichen Entwicklung hinter den anderen europäischen Staaten zurück, konnte sich deshalb aber auch davor bewahren, in die beiden Weltkriege und den spanischen Bürgerkrieg hineingezogen zu werden, konnte sich aber auch erst mit der Nelkenrevolution von 1974 von einer 50 Jahre dauernden Phase der Diktatur befreien.

Sich der Spuren dieser wechselvollen Geschichte zu vergewissern, sich mit den historischen Auswirkungen der europäischen Randlage Portugals auseinanderzusetzen und den unterschiedlichen kulturellen Prägungen nachzuspüren, ist die Aufgabe dieser Exkursion. Sie will aus einem interdisziplinären Ansatz heraus ein multiperspektivisches Bild von diesen Prozessen erarbeiten und deshalb auch ganz bewusst das moderne Lissabon, seine Stellung in der EU und die jüngsten Debatten über die Stabilität der Euro-Zone in die Überlegungen einbeziehen.

Die Teilnehmer/innen erwerben vertiefte Kenntnisse und Einsichten über die Entwicklung der europäischen Geschichte in der Auseinandersetzung mit anderen Kulturräumen (Maghreb, Kolonien bes. in Südamerika). Als Deutsche, die Europa aus seiner Mitte heraus definieren, lernen sie Europa aus der Perspektive seiner Peripherie zu verstehen, erkennen die Vielfalt der historischen Wurzeln als wesentliches Merkmal der europäischen Identität und erwerben auf diese Weise interkulturelle Kompetenz sowie ein vertieftes Verständnis des europäischen Einigungsprozesses.

Die Veranstaltung ist als exemplarischer Lehrausflug konzipiert, der grundlegende exkursionsdidaktische Probleme reflektiert und die Kompetenz der Lehrkräfte erweitert, die fachspezifische Methode der Exkursion zur Gestaltung von Lernprozessen einzusetzen.

Themenschwerpunkte:

Geschichte/Politik:

  • Lusitanien als Schmelztiegel der Völker: Phönizier, Römer, Araber, Spanier, Kolonialvölker
  • Staat und Kirche: Belém mit dem Mosteiro dos Jerónimos
  • Europäische Peripherie als Zentrum eines Weltreichs: Seefahrernation und Kolonialmacht Portugal
  • Monarchie, Diktatur zur Demokratie
  • Zentrum und Peripherie in der EU und in der Euro-Zone

Kultur

  • Das Erdbeben von 1755 als europäische Natur-Katastrophe und philosophisches Problem
  • Arabische Einflüsse in der Architektur des Mittelaters

 

Organisation:

Vorbereitung am 25.1., 19:00, Ort: NN: Maria José Peres Herhuth (Lektorin Portugiesisch Uni Mannheim)

Leitung: Tobias Meinel, Inmaculada Terés, Johannes Goebel

Führungen: Simone Klein

Literatur (empfohlen):

Simone Klein: Lissabon. MERIAN momente - Mit Extra-Karte zum Herausnehmen, erschienen am 28. April 201, 14,99 Euro

Kosten: ca. 195,- Flug, Ü/F im EZ 45 Euro, im DZ 25 Euro pP, Transfer, Führungen, Eintritte

Unterbringung:  Hotel Borges, Rua Garret 108, Lisbon, 1200-205 Portugal.
Tel: (+351) 210 456 400, www.hotelborges.com

Flug:

Hinflug am 30. Jan 2015 mit LH 1166 von 9:20 -11:20

Rückflug am 2. Feb 2015 mit LH 1167 von 12:20 - 16:35

Programmentwurf:

30. Januar, Freitag

6:30 Abfahrt in Marburg vor der Elisabethschule mit Bus

9:20 Flug ab Frankfurt, LH 1166

11:20 an Lissabon, Transfer mit Bus zum Hotel, Einchecken

15:00 Stadtführung Teil I (ab Hotel Borges)

20:00 Abendessen: O Lavrador, Calcada da Estrela 193 (mit der Straßenbahn Richtung Westen bis Haltestelle Basilica da Estrela, dann etwas zurücklaufen), reserviert, à la carte

31. Januar, Samstag

10:00 Stadtführung Teil II (ab Hotel Borges)

15:00 Erkundungen auf eigene Faust

20:00 gemeinsames Abendessen: Cercejaria Ramiro, 600 Meter nördlich des Rossio,  Av. Almirante Reis nº1 (à la carte, Schwerpunkt Schalentiere)

1. Februar, Sonntag

9:00 Ausflug nach Sintra, Cabo da Roca oder Cascais (mit Bus ab Hotel)

13:30 Snack in der Confeiteria dos Pasteis de Belém

14:30 Belém mit Führung, ggf.

20:00 Fado-Abend im "Club de Fado" mit Abendessen

2. Februar, Montag

9:30 ab Hotel Transfer zum Flughafen

12:20 Abflug ab Lissabon, LH 1167

16:35 an Frankfurt, Transfer mit Bus nach Marburg, dort ca. 18:00 Ankunft