02.10.2011
Bericht aus Berlin - Tag 1
Mit Traumwetter und wahrscheinlich auch Traumquoten begannen die Kursfahrten 13 POW Perle und 13 M Wilmsmeyer (temporär: Weyer) in Berlin. Am Abend besuchten wir Günther Jauch zur Talkshow im Gasometer...
... wenn auch das Thema, das dem Sinne nach hieß "Sind die Renten sicher" nicht wirklich begeisterte und die Teilnehmerrunde sich teilweise in Allgemeinplätzen ausließ, war es dennoch eine schöne Erfahrung, in der erst 4. Sendung des neuen Formats am Sonntagabend dabei zu sein. Anschließend stellte sich der Moderator gerne für ein Gruppenbild zur Verfügung.
03.10.2011
Bericht aus Berlin - Tag 2
Den 22. "Tag der deutschen Einheit" mit Datum 3. Oktober verbrachten wir bei wiederum herrlichsten Wetter in der Bundeshauptstadt. Nach einer teilweise recht kurzen Nacht verbrachten wir den Vormittag in Gruppen, um das Regierungsviertel zu erkunden. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir den neben dem Hostel liegenden
Gedenkpark Zellengefängis Moabit. In großen Lettern stehen dort die Zeilen Albrecht Haushofers
Von allem Leid,
das diesen Bau erfüllt,
ist unter Mauerwerk und Eisengittern
ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern.
Am späten Nachmittag nahmen wir an einer kleinen, qualitativ excellenten Führung im Reichstag teil und hatten Gelegenheit, die Kuppel zu besteigen.
04.10.2011
Bericht aus Berlin - Tag 3
Auch am dritten Tag war das Wetter uns hold und ließ weiterhin (zumindest bei einigen von uns) kurze Hosen und T-Shirts zu.
Nach zwei z.T. durchwachsenen Führungen durch die Stadt und das beeindruckende Mahnmal für die Ermordung der europäischen Juden, für das wir gerne noch mehr Zeit gehabt hätten, bot der Abend Zeit für Kultur.
Der Großteil der Gruppe hatte viel zu Lachen in der
Kunstfabrik Schlot bei dem Improvisationstheater der "
Gorillas", und eine kleinere Gruppe genoss den "
Barbier von Sevilla" in der Deutschen Oper Berlin.
05.10.2011
Bericht aus Berlin - Tag 4
Während der Mathe-Lk das ehemalige Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen besichtigte, hatte der PoWi-Lk die einmalige Gelegenheit die Bundespressekonferenz zu besuchen.
Auf Einladung von Jens Thurau, der Hauptstadtkorrespondent der Deutschen Welle ist, besuchten wir das Haus der Bundespressekonferenz, in dessen oberstem Stockwerk sich Büros und ein kleines Studio der Deutschen Welle befinden. Herr Thurau stellte zunächst die
Deutsche Welle vor und beantwortete danach viele Fragen zum Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern. Auch konnten wir ein - wirklich kleines - Studio besichtigen und den
Green-Screen ausprobieren.
Sieben Stockwerke weiter unten begann dann eine von drei wöchentlichen Regierungspressekonferenzen, zu der auf Einladung des Vereins
Bundespressekonferenz einer der Regierungssprecher, in diesem Fall Herr Streiter, und Sprecher aller Ministerien kommen, um sich den Fragen der Hauptstadtjournalisten zu stellen. Zu Beginn wurde unsere Besuchergruppe vom Leiter der Pressekonferenz, Herrn Mayntz, begrüßt.
Die heutigen Themen drehten sich unter anderem um das Dauerthema Euro, die gescheiterte Syrien-Resolution des UNO-Sicherheitsrates, eine Afghanistanreise der Staatssekretärin des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und das Atommülllager Gorleben.
Nach der Pressekonferenz kam Herr Mayntz noch für ein paar Fragen zu uns.
Bericht aus Berlin - Tag 5
Heute wurden wieder alle Programmpunkte von beiden Kursen gemeinsam besucht. Es ging los mit einem Besuch im
Außenministerium, wo uns Herr Look, der als Slawist für Russland und Osteuropa zuständig ist, über Aufbau und Arbeitsweise des Auswärtigen Amtes informierte. In der anschließenden Fragestunde ging es hauptsächlich um drei Themen. Zum einen um das Verhältnis zwischen der (politschen) Führungsebene und den 10.000 Mitarbeiter (6.000 davon im Ausland), weiterhin darum, welche Möglichkeiten es gibt in den diplomatischen Dienst zu kommen und wie die Arbeitsbedingungen dort sind (Rotationsprinzip, Krisenherde, Vereinbarkeit mit Familie usw.). Und schließlich wurden auch konkrete Fragen zur Außenpolitik gestellt, wie z.B. Deutschlands Haltung zu Syrien.
Am Nachmittag waren dann (fast) alle in der
CDU-Parteizentrale, dem
Konrad-Adenauer-Haus, und konnten dort mit dem persölichen Partei-Referenten von Angela Merkel, Herrn Hass, über die schwierige Lage der CDU sprechen, mit Wahlniederlagen, Mitgliederschwund und insbesondere ihrer strategischen Ausrichtung nach Atom-Konsens, Aussetzung der Wehrpflicht und der Aufgabe anderer konservativer Ziele. Viele kritische Fragen führten zu einer ausgiebigen Diskussion, die dann statt der vereinbarten einen sogar zwei Stunden dauerte und an deren Ende sich Herr Hass, trotz der kontroversen Diskussion, von unseren Schülern begeistert zeigte.
Bericht aus Berlin - Tag 6

- Berlin ...

- ... Kassel ...

- ... so gut wie Marburg.
Am Tag unserer Rückreise stand am Vormittag nochmal eine zweistündige Führung durch das Regierungsviertel an, diesmal von Lobbyist zu Lobbyist. Beginnend mit dem Deutschen Brauerbund, über (unter anderen) die großen Energieversorger, das ZDF-Hauptstadtstudio und schließlich den China-Club bekamen wir einen Überblick über die allein schon räumliche Verflechtung zwischen Regierung, Parlament, Medien und Wirtschaft. Die Führung wurde von dem Verein
Lobby Control veranstaltet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bürger über die Arbeit von Lobbyisten aufzuklären.
Die Rückfahrt lief dann leider nicht so glatt wie die Hinfahrt. Schon in Berlin starteten wir mit einigen Minuten Verspätung, die dann in Hannover auf 20 Minuten angewachsen waren, so dass wir unseren Anschlusszug verpassten. Nach über einer Stunde im Hannoveraner Hauptbahnhof - die durch Kartenspielen und Gespräche mit der einheimischen Bevölkerung schnell verging - ging es dann mit dem ICE nach Kassel weiter. Noch ein kurzer Sprint von Gleis 1 zu Gleis 7 und schon war der rettende Regionalexpress erreicht und um kurz nach halb zehn waren wir - müde und erschöpft - zurück in Marburg.
Für die meisten ging es dann direkt weiter zur ersten Vor-Abi-Party!
















