Erfahrungsberichte

06.05.2012

Stimme aus Peru

Von Janika Schemm

Ich bin gerade in Peru und mache einen Freiwilligendienst in einer Schule für körperlich und geistig Behinderte Kinder und ich habe gerade mit meiner Mitfreiwillgen einen Spendenflyer gestaltet, den ich Ihnen ganz dreist einfach mal zuschicke.

Sehr gerne können Sie natürlich auch spenden, aber ich wollte fragen, ob man den Flyer nicht irgendwie auf der HP veröffentlichen koennte, weil ich ja Exschülerin bin? ich schicke den Flyer auch noch an andere Lehrer...

So, außerdem frage ich, wie es Ihnen geht? und der Elisabethschule? und überhaupt.

Liebe Grüße
Janika

Leitet Herunterladen der Datei einDer Flyer

08.02.2012

Zwischenbericht Austauschjahr USA

Charlotte

Von Charlotte-Marie Kuhlmann

Hallo, mein Name ist Charlotte und ich bin seid etwa 6 Monaten in den USA. Die Entscheidung hierher zu kommen, war eine der besten meines Lebens. Ich gehe für 1 Jahr in die Bishop Guilfoyle High School in Pennsylvania.

Als ich Deutschland verlassen habe hatte ich Zweifel, wie es hier sein würde. Allerdings hab ich schnell Anschluss gefunden, dabei hat es mir besonders geholfen, dass ich Cheerleading gemacht habe. Dadurch bin ich mit anderen Schülern/innen in Kontakt gekommen während der Sommerferien. Alle in meinem Team waren sehr freundlich und haben mir geholfen, wo immer sie konnten.
Am Anfang meines Aufenhaltes hatte ich etwas Probleme mit meinem Englisch, aber das ist besser mit der Zeit geworden.

Meine Gastfamilie ist extrem freundlich, unterstützend und offen. Sie haben mir viele Fragen gestelllt und mittlerweile sind sie wie eine zweite Familie für mich. Ich verstehe mich sehr gut mit meiner Gastschwester und wir reden oft für Stunden.

Ich hab hier viele tolle Sachen gefunden. Ich habe neue Freunde, mit denen ich auch sicher in Kontakt bleibe wenn ich zurück in Marburg bin. Mein Englisch ist deutlich besser geworden, was mir sicher im späteren Leben weiter hilft.
Ich denke diese Erfahrung hat mich wachsen lassen und mir einen anderen Blickwinkel auf mein Leben gegeben.

Ein Jahr im Ausland

Das letzte Schuljahr verbrachte ich in Paraguay, in "Fernando de la Moro".

30.11.2011

Mein Jahr in Panama

Adelines Klasse der Escuela Secundaria

Ángel María Herrera in Penenomé

Hallo, ich bin Adeline Grafe und ich gehe in die 12. Klasse der Elisabethschule. Vor genau 77 Tagen war ich noch Schülerin der Escuela Secundaria Ángel María Herrera in Penenomé, Panama.

Hier auf dem Bild könnt ihr meine Schulklasse und mich in unseren uniformes sehen. Auf meine camisa (Schulbluse) haben am letzten Schultag all meine Schulfreunde unterschrieben. Die Bluse samt Faltenrock und Ballerinas mit Söckchen(!!!) habe ich gleich an meinem zweiten Tag in Penonome gekauft - bei der ersten Anprobe hätte ich mich am liebsten geweigert dieses "Outfit" die nächsten 11 Monate zu tragen. Das war im August 2010 - im Juni 2011 war ich schon Meisterin im Faltenrock-Bügeln und meine früheren Bedenken hatten sich vollständig aufgelöst, denn erstens hat so eine Schuluniform auch viele Vorteile und zweitens war ich in Panama sowieso nirgendwo "uniform".  Auch am Ende meines Jahres, nachdem ich so viele Freunde gefunden und mich gut in die Schule integriert hatte, war ich noch immer "la Alemana" oder "la fula" (das weiße, deutsche Mädchen). Das war einerseits oft anstrengend, andererseits habe ich es genossen, ein bisschen "deutsche Botschafterin" zu spielen. Die Panameños sind unglaublich aufgeschlossen und wollten immer, dass ich ihnen etwas über mich und Alemania erzähle. Dabei habe ich viel über deutsche Eigenheiten gelernt und mir ist bewusst geworden, wie viele Privilegien wir als Deutsche genießen. Durch diese Gespräche musste ich zum ersten Mal ausführlich über die deutsche Gesellschaft und Strukturen wie unser Schulsystem nachdenken.

Das Schulsystem in Panama unterscheidet sich nämlich deutlich vom Deutschen, was  ich gleich am Anfang feststellen musste: Auf den öffentlichen Schulen besucht die Hälfte der Schüler von 7.00 bis 12.30 den Unterricht und die andere Hälfte von 12.45 bis 18.20. Der Gedanke, statt vormittags, nachmittags in die Schule zu gehen behagte mir anfangs überhaupt nicht! Doch das war nicht die einzige meiner Erwartungen, die sich nicht erfüllt hat: Da ich in Deutschland sehr oft und gerne tanze - generell auch ein recht aktiver Mensch bin - hatte ich mir vorgenommen in Panama weiterhin zu tanzen oder wenigstens in einen Sportverein einzutreten. Allerdings musste ich schnell einsehen, dass mein Vorsatz in Panama nicht realisierbar war. In meiner Stadt gab es keinen einzigen Sportverein und eine Tanzschule schon gar nicht. Außerdem musste ich im ersten Halbjahr nachmittags zur Schule gehen, so dass ich auch nicht besonders viel Auswahl hatte, bei meiner Freizeitgestaltung. So kam es dazu, dass ich in die Frisbee-Mannschaft, die vormittags trainierte, eintrat und in der Banda (Marching Band) anfing  Lira (ein mir vor Panama unbekanntes Instrument) zu spielen.  Niemals hätte ich gedacht, dass ich dort so eine gute Zeit mit den Leuten haben würde und mich so für diese Aktivitäten begeistern können würde!
Sosehr mich das Schulleben auch in Panama beeinflusst hat, so war auch die Erfahrung in einer ganz anderen Familie zu leben eine sehr prägende für mich. Meine familia panmeña bestand aus meinen Gasteltern, meinen drei Schwestern, meiner Uroma und noch etwa 100.000 Tanten und Onkel, die fast alle in der Nachbarschaft lebten oder zumindest in derselben Stadt. Für panamaische Verhältnisse ging es ihnen Materiell noch ganz gut und sie gehörten zur Mittelschicht. Für mich war am Anfang jedoch alles noch sehr ungewohnt und ich sehnte mich nach dem Luxus einer Spül- und Waschmaschine sowie einem gefüllten Kühlschrank. Mit der Zeit, als es auch mit dem Spanisch bergauf ging, lebte ich mich ein und lernte den entspannten Lebensstil des Landes zu lieben. Meine Gastfamilie war sehr offen für meine Kultur und es fiel mir leicht, mich bei ihnen wohl zu fühlen, da ich immer Leute um mich herum hatte, die sich Zeit für mich nahmen, wenn ich Hilfe brauchte. Sie haben mir ihre Kultur unheimlich gut vermitteln können und ich habe in ihnen wirklich eine zweite Familie gefunden und sie in mir eine vierte Tochter.

In meinem Jahr in Panama ist vieles passiert: Ich habe eine Menge Eindrücke bekommen, bin viel durch das Land gereist und bin unabhängiger geworden. Ich habe Deutschland und mich neu kennen gelernt, dabei so viele wunderschöne Erfahrungen gemacht, dass ich noch viele, viele Seiten damit füllen könnte.
Ich empfehle Jedem einen Interkulturellen Auslandsaufenthalt (z. B. mit AFS, wie ich es getan habe) zu machen, der offen für Neues ist und gerne mal dem deutschen Alltag entfliehen möchte! Ich kann nur sagen: Traut euch! Es lohnt sich!

PS: Und habt keine Angst, ihr könntet nach dem Jahr in der Schule den Anschluss nicht wieder finden. Viele, die ins Ausland gehen sind sogar motivierter, wenn sie wieder nach Hause kommen und holen alles schnell auf.

30.11.2011

Meine Erfahrungen in Australien

"From Germany comes Strudel, Porsche, Beethoven… and me!"
Aufschrift meines T-Shirt von der australischen Partnerorganisation SCCE

Hallo, ich bin Anne und ich bin im Juli 2009 für fünf Monate nach Australien geflogen.

Als ich mit gut 50 anderen zukünftigen Austauschschülern und zahlreichen Unbekannten im Flugzeug Richtung Sydney saß, waren die Abschiede die ich mir viel schlimmer vorgestellt hatte, schon längst vollzogen, aber mir wurde trotzdem mulmig zumute, was wusste ich eigentlich über dieses Land, das fast ganz Europa einnimmt, über die Menschen und über deren Geschichte? Nicht viel, wie sich herausstellte, die Bundesstaaten konnte ich mir zusammenreimen, vom Goldrausch und der Aborigine-Unterdrückung hatte ich auch schon mal gehört, aber in den kommenden Wochen würde sich das hoffentlich alles ändern... Natürlich überkamen mich auch ein wenig Selbstzweifel, mit der Sprache würde ich schon klar kommen aber war ich denn überhaupt "austauschbar" und passte ich in eine mir bisher ziemlich fremde Gastfamilie rein? Diese Skepsis überkommt wahrscheinlich einmal jeden Austauschschüler, aber sie verfliegt dann irgendwann auch wieder.

Der wichtigste Moment meines ganzen Austausches (und der schafft es mindestens auch auf die Top 5 Liste der bedeutsamsten in meinem bisherigen Leben), das Treffen auf meine Gastfamilie ereignete sich nach einem sehr aufregendem und aufschlussreichem drei tägigenVorbereitungsseminar in Sydney. Meine wundervollen Gasteltern holten mich dort ab und wir fuhren dann sogleich fünf Stunden in Richtung Batemans Bay, New South Wales - genug Zeit um sich gegenseitig zu "beschnuppern" - wo wir dann auch meine beiden Gastschwestern und ihre Freunde trafen. In Batemans Bay blieben wir für eine Woche und dieser Urlaub war definitiv der beste Einstieg um alle kennen zu lernen. Dieser erste Tag mit den "Boxes" war unglaublich aufregend, ich streichelte Kängurus und Papageien und sah abends Delfine am Strand, es versprach also gut zu werden.

In die eigentliche Heimat- und Hauptstadt kehrten wir kurz vor Schulbeginn wieder zurück. Canberra (und auch wenn ihr jetzt vielleicht zweimal überlegen müsst, Sydney ist nicht die Hauptstadt von Australien!) liegt in einem Tag umgeben vom Bergen, dort ist es relativ kalt und dementsprechend musste ich im Juli (!) auch erst mal ziemlich frösteln und betrat die Bibliothek meiner Schule jeden Morgen mit dem Ausspruch: "Oh my god, it’s so freaking cold!", na klar, es war Winter in Australien, aber auf den ersten Blick passen diese beiden Begriffe doch wirklich nicht zusammen... Neben meiner Gastfamilie und den neuen Freunden war meine Schule, das MacKillop Catholic College, in "Oz" das Beste was mir passieren konnte. Wenn man will, kann Schule dort anspruchsvoll sein, ich wollte es nicht und so verbrachte ich Tage voller Lachen und wenig Arbeit. Mein Lieblingsfach war Sport und das hatte ich nicht nur zwei Stunden in der Woche wie in Deutschland sondern viermal die Woche. Ich lernte so ziemlich alle australischen Sportarten kennen, vom "Footy" bis "Oz-Tag", zwischendurch spielten wir "Four Corners", Hindernisgolf, Badminton, Handball und vieles mehr... Ein weiterer Höhepunkt war auch der Englischunterricht mit einer supermotivierten Lehrerin und der super amüsante höhere Mathekurs, in dem die Leute "Gässundhait" statt "Bless you" sagten ohne die Bedeutung zu wissen und fest davon überzeugt waren, dass Frankfurt die Hauptstadt von Deutschland sei. Nach den mehr oder weniger üblichen Unterhaltungen: "So, do they really speak, what language, German in Germany?" - "Ehm, yes, they do." - "So, on the street, I can hear people speaking German, not English?!" und "Are you a Nazi, do you still support Hitler?" wurde ich ohne weiteres in die Gemeinschaft aufgenommen, Australier haben diese Mentalität an denen es den Deutschen vielleicht ein bisschen mangelt, sie sind sehr aufgeschlossen und optimistisch.

Das Klischee, dass jeder mit "Hey mate, how’s it going?" begrüßt wird, kann ich nun bestätigen und auch, dass sie ihr meist tägliches Fleisch essen und lieben, Kängurus werden weniger gegessen als angefahren, weil sie eine Plage sind und überall herumlaufen. Ebenfalls wohnen nicht alle Aussies am Strand, surfen können auch nicht alle und es ist nur im Norden das ganze Jahr warm. Während meiner Zeit in Down Under habe ich sehr viel über Land und Leute aber auch über mich gelernt: Vielleicht bin ich doch ein wenig wählerisch beim Essen und vielleicht würde ich doch viel lieber Weihnachten bei meiner zweiten Familie feiern, als in den kalten Deutschland-Dezember zurückzukehren, zum Beispiel. Außerdem bin ich viel selbstständiger und mutiger geworden und habe mittlerweile schon einen kleinen australischen Akzent.

Dieses halbe Jahr war definitiv die beste Zeit meines Lebens, ich werde auf jeden Fall wieder nach Australien zurückkommen und wünsche jedem potentiellen Austauschschüler, dass er diese einmalige Chance ebenfalls ergreift und daraus etwas macht.

29.01.2010

Bericht von Bruna Parada

aus Bolivien, die von Oktober 2009 bis Januar 2010 bei der
Familie Ullrich zu Gast war. Ihre Gastbrüder sind Lucas Ullrich aus der 13 und Tobi Ullrich aus der 10e.

Wenn man das Wort Deutschland in der Deutschen Schule Santa Cruz Bolivien hört, freut man sich sofort. Wir warten auf unseres Austausch seit Pre-Kindergarden. Und ich muss sagen, dass die Erwartung sich hundertprozentig gelohnt hat. Man kann nicht so einfach beschreiben, wie man sich fühlt wenn man in Deutschland ankommt.

Zuerst bekommt man natürlich Angst, man ist schockiert. Aber gut schockiert, denn Bolivien ist sehr anders als Deutschland. So ein kleines Land, aber so eine wunderbare Kultur. Mein erster Eindruck von Deutschland war so eine Mischung von Fröhlichkeit und Entspannung. Ich muss wirklich sagen, dass einen Austausch in Deutschland nicht jeder machen kann, aber jeder sollte es machen. Ich wünschte, jeder in Bolivien kann mindestens einmal nach Deutschland kommen. Ich wusste, dass ein Austausch sehr gut für mich wäre und dass ich selbstverantwortlicher würde. Aber ich wusste nicht, dass es besser als meine Träume war.

Am Anfang ist es natürlich nicht so einfach mit der Sprache und es kann sehr
stressig sein, wenn die Leute zu schnell reden oder dich nicht gut verstehen. Aber mit der Zeit lernst du die Sprache und es ist schön zu sehen, Dass sich all die Jahre, in denen ich Deutsch gelernt habe, sich gelohnt haben. Die deutsche Kultur ist sehr interessant. Aber es hat mich beeindruckt, wie kalt die deutschen Leute am Anfang sein konnten. Aber mit der Zeit zeigen sie dir, dass sie echte, intelligente und realistische Personen sind, die dir WIRKLICH Hilfe geben wollen. Ihre Ordnung, ihre Pünktlichkeit, ihre Traditionen und vor allem die deutsche Freundlichkeit ist etwas sehr wertvolles. Ich bin einfach froh, dass ich die deutsche Kultur erlebt habe.

v.l.: Camilla (Bericht weiter unten) und Bruna

05.12.2009

Erfahrungsbericht der Familie Ullrich

die Bruna Parada 4 Monate bei sich aufgenommen haben.

Über verschlungene Pfade ist unsere Familie gewachsen. Unsere Familie, das
sind: Lucas, Klasse 13, Tobias, Klasse 10, meine Wenigkeit (die Mutter) und
Nadja, die Freundin meines Sohnes, die sich sehr oft bei uns aufhält. Und jetzt
besteht unsere Familie aus einem weiteren Mitglied: BRUNA-SOFIA oder
Brunita, wie sie liebevoll genannt wird.

Bruna ist seit dem 20. September 2009 bei uns und bleibt noch bis Ende Januar.
Sie hat sich in den 4 Monaten ihres Aufenthaltes gut eingelebt und will fast gar
nicht wieder nach Hause.

Bruna hat an ihrer Schule schon viele Jahre deutsch gelernt, was ihre natürlich
hier sehr zu Gute kam. Dennoch, wenn es mal Ärger gibt oder, wenn sie müde und unkonzentriert ist, ist sie froh sich in ihrer Muttersprache ausdrücken zu
können. Deshalb genießt Bruna es, das sowohl Lucas, als auch Nadja fließend
spanisch sprechen.

Die größten Schwierigkeiten oder besser Ängste hatte Bruna vor der Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel. Aber mittlerweile weiß sie, wie sie sich hier
zurechtfinden kann und zeigt dies auch anderen ausländischen Mitschülerinnen.
Bruna hat sich in ihrer Zeit hier viel angesehen: Frankfurt ist schon fast Ihr zu
Hause, aber auch Bremen, Berlin, Hamburg, Köln, Basel, Bern hat sie besucht und
sie möchte nach Dresden und Paris reisen - mehr als manch einer, der in Marburg
lebt! Diese Reisen hat sie entweder mit uns, mit ihrer Tante aus der Schweiz
oder mit einigen der ca. 100 Schüler/innen ihrer Schule, die gleichzeitig in
Deutschland sind, unternommen.

Natürlich hatten wir auch unsere Auseinandersetzungen - aber das waren die
gleichen Streitpunkte über die man auch mit den eigenen Kindern diskutiert: zu
spät ins Bett gehen, weil zu lange am Telefon oder im chat mit Freunden (nur,
dass einige dieser Freunde in eine Zeitverschiebung von 7 Stunden leben),
aufräumen und putzen… eben, was man so kennt ..:-)

Bruna hat inzwischen gelernt, dass hier vieles stark reglementiert (3x zur
Ausländerbehörde für nur 1 Visa-Verlängerung, Formalien für die
Grippeschutzimpfung, das Azubi-Ticket des Verkehrsverbundes oder die
Bahncard) aber ihr gefällt auch, die damit einhergehende Sicherheit. Sie kann
mit ihren Freundinnen nachts ausgehen und selber entscheiden, welchen Zug sie
nach Hause nimmt - kein Elternteil muss sie abholen. Mein Sohn Tobias, hat mir
am Anfang erzählt, wie erstaunt Bruna war, als er auf offener Straße sein Handy
aus der Tasche gezogen hat, um zu telefonieren.

Der Austausch der Schule in Bolivien ist eigentlich so angelegt, dass sich zwei
Gastkinder im gegenseitigen Austausch besuchen. Deshalb sind i.d.R. auch
Mädchen immer in der gleichen Klasse mit ihren Gastschwestern und die Jungen
eben mit ihren Gastbrüdern. In unserem Fall ist kein Austausch geplant. Auch
besucht Bruna keine Klasse gemeinsam mit ihren Gastgeschwistern. Die
Beziehung zwischen Lucas, Tobias und Bruna ist eher wie bei realen
Geschwistern - sie bringen sich Toleranz und Verständnis entgegen, aber sind
nicht dazu verpflichtet ihre Freizeit miteinander zu verbringen, zumal ganz
unterschiedliche Interessen vorliegen. Ich denke, auch wenn das etwas
schwerer erscheint, ist es trotzdem gut so, wie es ist. Bruna ist hierdurch nicht
vor-während-nach der Schule umsorgt wurden. Trotzdem waren wir für sie, wenn
sie uns brauchte da - sozusagen als "Notfallpack". Sie hat eigene Freunde
gefunden. Bruna weiß nun, dass sie ganz alleine in einem fremden Land zurecht
kommt.

Wir werden sie vermissen!
Beate Ullrich, Cölbe

29.01.2010

Bericht von Camilla Hune Kronenberg

aus Chile, die von November 2009 bis Januar 2010 bei Familie Günther gewohnt hat. Katalin Günther aus der 10f ist ihre Gastschwester und wird im Sommer 2010 nach Chile zu Camilla fahren.

Als ich nach Deutschland geflogen bin, war ich sehr gespannt was mich erwartet und ein bisschen nervös. Doch meine Gastfamilie holte mich am Bahnhof in Marburg ab. Ich fühlte mich gleich wohl und verstand mich gleich super mit meinen zwei Gastschwester.

Nur das Wetter in Marburg war ein bisschen zu kalt.

Am nächsten Tag ging ich mit in die Schule und war etwas aufgeregt, doch alle Leute waren von Anfang an sehr nett und mein Klassenlehrer begrüsste mich sogar auf
Spanisch. Die Schule gefiel mir sehr gut, weil z.B. die Lehrer alle sehr nett waren und die Cafeteria, der beste Ort der Schule, sehr modern und bequem war.

Der Unterricht war manchmal etwas langweilig, weil ich z.B. in Geschichte nicht so viel verstanden habe. In den nächsten Wochen lebte ich mich gut ein und fand auch ein paar neue Freunde. In der ersten Woche zeigte mir meine Gastfamilie Marburg. Marburg ist eine sehr schöne Stadt. Vor allem weil es sehr viele schöne Plätze, wie die Oberstadt, das Schloss und H&M gibt. Auch ist die Busverbindung sehr gut (viel besser als in Chile). Und Marburg bietet gute Möglichkeiten abends wegzugehen, was ich gut finde. Die Leute hier sind alle sehr nett, jedoch ganz anders als in Chile und ich habe manchmal meine Freunde vermisst. Aber weil ich viele neue Freunde gefunden habe, fehlten sie mir nicht zu sehr.

Meine Zeit in Deutschland, an der Schule und bei meiner Gastfamilie, war insgesamt sehr cool und ich würde immer wieder gerne herkommen. (Nur die Kälte war manchmal etwas nervig=).