Physik+Musik

27.01.2010

Elftklässler der Elisabethschule schnuppern Hörsaalluft

Am Freitag, dem 22. Januar 2010, fanden im Physikalischen Institut der Universität Marburg zwei außergewöhnliche Vorlesungen statt. Denn statt der Studierenden des Fachs Physik saß dort der gesamte Jahrgang 11 der Elisabethschule auf den Plätzen.

Möglich gemacht hat dies eine enge Zusammenarbeit von Universität und Schule. Das Oberthema beider Vorlesungen war "Physik und Musik" und fand bereits zum zweiten Mal statt.

Der erste Anstoß dazu kam von Frau Lohmiller aus dem FB Musik der Elisabethschule. Doch der Erfolg hat viele Väter: die Professoren Dr. Rühle und Dr. Bremmer, beide vom FB Physik der Philipps-Universität, die sich trotz der Vorlesungszeit bereit erklärten, dieses Thema einem Schülerpublikum aufzubereiten, Hr. Ritter vom FB Physik der Elisabethschule, der die Planung begleitete, und die Schulleitung der Elisabethschule, die das Vorhaben unterstützte.

Prof. Dr. Wolfgang Rühle gab in der ersten Vorlesung einen Einblick in die physikalischen Grundlagen. Von zahlreichen eindrucksvollen Experimenten unterstützt zeigte er den Zusammenhang von Schwingungen und Wellen und führte in die Akustik, die Lehre vom Schall, ein. Die Experimente waren von Hr. Otto aus der Hörsaalvorbereitung perfekt vorbereitet  worden.

Wer nun glaubt, dass wäre doch ein recht "trockenes" Thema, wurde eines Besseren belehrt. Als nach einigen theoretischen Ausführungen zu Grund- und Obertönen von Musikinstrumenten die Herren Professoren selbst zur Orgelpfeife, Blockflöte und Klarinette griffen, um den Klang der Instrumente mittels Computer zu analysieren, war die Vorlesung "lebendige“ Physik geworden.

Der Posaunist Dr. Matthias Born, Leiter der Elektronik-Werkstatt am Fachbereich,  brachte dann den Saal zum Kochen, als er auf der Posaune spielte. Gemeinsam mit Professor Rühle zeigte er, dass man auch auf einem Gartenschlauch musizieren kann. Den Abschluss bildete das "kurze Blaskonzert für Gartenschlauch und Gartenschere".

Die zweite Vorlesung beschäftigte sich mit dem Hören. Prof. Bremmer erläuterte den Schülerinnen und Schülern die Arbeitsgebiete der Neurowissenschaften, die sich dem gemeinsamen Ziel, die Funktion des Gehirns zu verstehen, von verschiedenen Seiten nähern. Einige verblüffende Experimente zu optischen und akustischen Täuschungen verdeutlichten jedem Zuhörer und Zuschauer die Komplexität der Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn.

Der anschließende Vortrag zeigte den Weg eines akustischen Signals vom Auftreffen auf die Ohrmuschel bis zur Verarbeitung im Hörzentrum unseres Gehirns. Jeder "Schnupperstudentin" und jedem "Schnupperstudenten" wurde klar, dass Physik kein staubiges Schulfach, sondern ein Aufgabenfeld mit großen Herausforderungen für künftige Akademiker ist.

Thomas Ritter, Fachsprecher Physik 

22.01.2010

Physik und Musik

Vorankündigung

Oberhessische Presse vom 22. Januar 2010

Marburg. Unter dem Titel "Phy­sik und Musik" findet am Frei­tag, 22. Januar, ab 8.30 Uhr am Fachbereich Physik der Marbur­ger Universität eine Doppelvor­lesung statt. Diese Vorlesung der beiden Marburger Physiker Pro­fessor Wolfgang Rühle und Pro­fessor Frank Bremmer richtet sich ausnahmsweise nicht an Studie­rende, sondern an Schüler der Jahrgangsstufe 11 der Marbur­ger Elisabethschule.

"Obwohl die meisten von uns ein Instru­ment spielen oder im Chor sin­gen, wissen wir doch nicht, wie Töne oder Stimmen erzeugt werden. Dies kann aber die Phy­sik erklären", sagt Rühle.

Bereits im vergangenen Jahr gab es eine Vorlesung für Schüler der Elisa­bethschule.