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Orientierungspraktikum Q1

Initiates file downloadMerkblatt für ein Praktikum im Ausland

Initiates file downloadRichtlinien für die schriftliche Reflexion des Praktikums

Formulare:

  • Initiates file downloadAnlage 2 (Bestätigung des Praktikumsplatzes durch die Firma vor Beginn des Praktikums)
  • Initiates file downloadMeldung des Praktikumsplatzes an den PoWi-Lehrer und Einverständniserklärung der Eltern
  • Initiates file downloadAnlage 4 (Datenschutzblatt, im Betrieb abzugeben)
  • Initiates file downloadAnlage 1 (Informationen zum Praktikum für Eltern und Betrieb)
  • Initiates file downloadElterninformation zum Praktikum Q1

29.03.2017

Praktikum im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt sich mit vielen unterschiedlichen Themen aus dem Luft- und Raumfahrtbereich. Es gibt in ganz Deutschland viele unterschiedliche Forschungseinrichtungen des DLR mit unterschiedlichen Spezialisierungsrichtungen; So gibt es beispielsweise eine Forschungseinrichtung, die sich überwiegend mit Windkanälen und Strömungen beschäftigt, sowie eine, die sich um die Herstellung von Programmen für den Einsatz auf der internationalen Raumstation und anderen Raumschiffen beschäftigt. Neben all den genannten Spezialisierungen gibt es auch eine Forschungseinrichtung des DLR, die sich mit Raketentriebwerken und deren Treibstoffen beschäftigt.

Da ich mich bereits seit einigen Jahren sehr für die Luftfahrt- und raketenbezogene Raumfahrttechnik interessiere, kam ich am Anfang des Jahres 2016 auf die Idee, mein Betriebspraktikum an einem Standort des DLR zu machen. Am ansprechendsten schien mir die Forschungseinrichtung des DLR in Lampoldshausen (nahe Heilbronn) mit dem Schwerpunkt "Raumfahrtantriebe" zu sein, woraufhin ich der Geschäftsstelle des DLR Lampoldshausen eine Bewerbung für ein Schulpraktikum zukommen ließ. Anschließend erhielt ich einen zweiwöchigen Praktikumsplatz, worüber ich mich sehr freute. Ich hatte in der Bewerbung auf mein Interesse bezüglich Raketentreibstoffen hingewiesen, aus diesem Grund sollte mein Praktikumsplatz in einem speziellen Fachbereich, dem Fachbereich zur Forschung an Raketentreibstoffen (RA-TRS), stattfinden.

Ich versprach mir von dem dortigen Praktikum einen Einblick in den Beruf des Raumfahrtingenieurs zu erhalten, die entsprechenden Arbeitstechniken kennenzulernen, und die Möglichkeit zu haben, Kontakte mit Gleichgesinnten für mein späteres Berufsleben zu knüpfen.

Ein Jahr später - im Januar 2017 -  begann es; das bisher spannendste Praktikum meines Lebens. Ich wurde an der Pforte der Forschungseinrichtung von einem sehr netten Mitarbeiter des Fachbereiches "Raketentreibstoffe" (Dieser Fachbereich wird auf dem DLR Standort mit M11 abgekürzt) abgeholt. Er erklärte mir den Aufbau des DLR Standortes, wies mich auf mögliche Gefahren und ihre Beschilderung hin und erzählte mir viel über das DLR selbst und die derzeitigen Forschungsprojekte. Das DLR Lampoldshausen hat zur Zeit circa 300 Mitarbeiter und ist in unterschiedliche Forschungsbereiche eingeteilt. Ein Teil der Forscher und Ingenieure beschäftigt sich mit den Prüfständen des DLR, an denen viele unterschiedliche Raketentriebwerke mit enormen Schüben (und dem einhergehenden enormen Bedarf an Treibstoffen) getestet werden können. Zur Zeit wird am größten der Prüfstände das Hauptriebwerk der europäischen Trägerrakete Ariane mit einem maximalen Schub von circa 136 Tonnen getestet. Ein weiterer Forschungsbereich beschäftigt sich mit der Konstruktion, Entwicklung und Verbesserung von Raketenbrennkammern, wobei die nötige Kühlung der großen thermischen Belastungen ausgesetzten Raketenbrennkammer eine besondere Herausforderung darstellt. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Entwicklung und Erforschung von unterschiedlichen Raketentreibstoffen, dabei wird ein besonderer Wert auf die Umweltverträglichkeit der Treibstoffe gelegt.

In der Abteilung für Raketentreibstoffe (M11) fand mein Praktikum statt, in der ich einen tollen und informativen Einblick in den Beruf des Luft- und Raumfahrtingenieurs erhalten konnte.

Am M11 hatte ich die Möglichkeit, mit gleichgesinnten, interessierten Wissenschaftlern zu reden, die mich bereits ab dem ersten Tag in den Arbeitsablauf integrierten und zu allen Tests und Experimenten mitnahmen. Egal, ob es um das Fertigen von Triebwerksbauteilen, komplizierte Berechnungen, Fehleranalysen oder das Arbeiten an den Triebwerksprüfständen M11.1 bis M11.5 ging; ich konnte mich direkt an der Forschungsarbeit der Ingenieure beteiligen.

Die meiste Zeit des Praktikums verbrachte ich zusammen mit einem studentischen Entwicklungsteam von der Universität Stuttgart, welches sich den Namen "HyEND" (Abkürzung für "Hybrid Engine Development" oder "Entwicklungsabteilung für Hybridraketentriebwerke") gegeben hatte, wobei die Studenten während ihres Studiums die Möglichkeit hatten, an einem, den universitären Forschungsbereich übersteigenden, Forschungsprojekt zu arbeiten, bei dem es um die Eigenentwicklung von Höhenforschungsraketen mit fortschrittlichen Treibstoffen geht. Viele heutzutage eingesetzte Raketentreibstoffe müssen unter sehr geringen Temperaturen gelagert werden oder sind sehr toxisch. Das HyEND - Team nutzt zum Antrieb ihrer Raketen eine sehr gut zu handhabende, sowie ungefährliche Treibstoffkombination. Es wurden ab 2013 viele Tests mit dieser Treibstoffkombination durchgeführt, am Endes des letzten Jahres wurde die circa acht Meter große Rakete "HyEND HEROS 3" auf dem schwedischen Raketenstartzentrum in Kiruna gestartet und erreichte eine Höhe von circa 32 Kilometern. Das Team plant jedoch bereits an größeren Raketen, die ein vielfaches der Gipfelhöhe der besagten Rakete erreichen sollen, und die vielleicht - mit einer zweiten Raketenstufe - in einen niedrigen Erdorbit gelangen könnten.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich es mit dem Praktikum beim DLR- Lampoldshausen nicht besser hätte treffen können, denn erst dadurch konnte ich einen genaueren Einblick in das Berufsleben des Luft- und Raumfahrtingenieurs bekommen, was mich nochmals sehr in der Wahl meines angestrebten Berufsfeldes bestärkte. Ich bin weiterhin vom Beruf des Luft- und Raumfahrtingenieurs begeistert und freue mich schon, meine Leidenschaft zu meinem Beruf  zu machen.

Philipp Jochum